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Dorfener Pilger besuchen Maria Vesperbild und Klosterlechfeld

Mehr als nur eine Bildungsreise
 
Auf Einladung der Marianischen Männerkongregation (MC) Dorfen und des Busunternehmens Kalb machten sich 55 Gläubige auf den Weg zu den schwäbischen Gnadenstätten Maria Vesperbild und Maria Hilf auf dem Lechfeld. Unter der geistlichen Leitung von Pfarrvikar Pater Bibin Varghese wurde die Fahrt zu einer eindrucksvollen Reise für die Seele.
 
Ein weiteres Mal veranstalteten die (MC) Dorfen und das örtliche Busunternehmen Kalb eine Tageswallfahrt zu zwei marianischen Gnadenstätten im Bayerisch-Schwaben: nach Maria Vesperbild (bei Ziemetshausen) und Maria Hilf auf dem Lechfeld (zwischen Augsburg und Landsberg am Lech). Wieder war – wie schon bei der letzten MC-Pilgerfahrt zu Maria Knotenlöserin in Augsburg – die Nachfrage groß, wieder war ein Bus mit 55 Sitzen bis auf den letzten Platz ausgefüllt.
 
Pater Bibin Varghese, Pfarrvikar in Maria Dorfen, übernahm die priesterliche Leitung, die Reiseleitung lag bei Stefan Teplan, Obmann der MC Dorfen. Teplan führte auf der Hinfahrt in die Geschichte und spirituelle Bedeutung des Gnadenbildes Maria Vesperbild (und mit diesem generell in alle Pietá-Darstellungen der schmerzhaften Muttergottes) ein, verteilte Kopien des Gnadenbildes und stellte zu diesem eine ausführliche Bildmeditation an. Diese weitete er in der Folge aus, indem er mehr über die Geheimnisse der Verehrung der Schmerzen Mariens und damit verbundener Gnaden und Verheißungen sprach, wie sie in der katholischen Spiritualität unter anderem durch Offenbarungen an die heilige Birgitta von Schweden, Pater Pio, Veronika Giuliani, den Servitenorden und andere bekannt sind. Gemeinsam beteten die Pilger im Bus nach diesen Ausführungen neben dem Rosenkranz auch eine Andacht zu den Schmerzen Mariens nach den heiligen Alfonso Maria de’ Liguori.
 
„Eine ausführlichere kunsthistorische Führung zu den Gnadenstätten“, erklärte der Obmann einigen der Mitreisenden, „bekommt ihr vor Ort sowieso, aber das Entscheidende für uns ist doch das Spirituelle. Ist doch eine Wallfahrt keine gewöhnliche Bildungsreise, die man anschließend abhakt wie ein Ziel, das man auch einmal gesehen haben will. Sie soll schließlich jedem dauerhaft etwas für seinen Glauben und für die Seele bringen, und das möchte ich Euch vermitteln.“
 
Weitere kunsthistorische Erklärungen erhielten die Pilger dann auch tatsächlich in der Kirche Maria Vesperbild durch den dortigen Wallfahrtsdirektor Michael Menzinger. Mit ihm zelebrierte Pater Bibin eine feierliche Eucharistiefeier, bei der die Kommunion noch traditionell an einer Kniebank und – wie in der vatikanischen Instruktion Redemptionis sacramentum eigentlich fest vorgeschrieben, obwohl sich kaum eine Pfarrei in Deutschland daran hält – mit einer Patene gereicht wurde.
 
Nach einem kräftigenden Mittagsmahl führte die zweite Etappe der Reise zur Wallfahrtskirche Maria Hilf auf dem Lechfeld. Die Gnadenstätte dort wurde erbaut nach einem Gelübde, das die Schlossherrin Regina von Imhof Ende des 16. Jahrhunderts ablegte. Sie hatte sich mit ihrem Gefolge in einem dichten Nebel in gefährlichem Gelände verirrt und den Bau einer Kapelle gelobt, wenn sie sicher wieder zu Hause ankäme. Ihr Gebet wurde erhört und sie erfüllte ihr Gelübde. Durch regen Wallfahrtstrom wurde aus der Kapelle später eine große Kirche. Die Blütezeit der Wallfahrt Maria Hilf in Klosterlechfeld lag im 18. Jahrhundert (hauptsächlich in der Zeit von etwa 1720 bis 1785). Klosterlechfeld hat eines mit Dorfen gemein: Mit weit über 100.000 Besuchern pro Jahr galten die beiden Gnadenstätten nach Altötting als die größten Wallfahrtsorte Süddeutschlands.
 
Der Zufall wollte es, dass in Maria Hilf auf dem Lechfeld der Kaplan ein Ordensbruder des Dorfener Priesters Bibin Varghese ist und kurzfristig herbeigerufen werden konnte. Die beiden Ordensbrüder hielten in der Wallfahrtskirche eine feierliche Andacht vor dem ausgesetzten Allerheiligsten ab, bei der die Dorfenerinnen Julia und Pauline Tlucak den Barmherzigkeitsrosenkranz vorbeteten.
 
Zu früher Abendstunde wieder rechtzeitig in Dorfen angekommen, ging ein großer Dank an die Organisatoren des Busunternehmens Kalb und die Marianische Männerkongregation. Die planen inzwischen für das kommende Jahr bereits eine größere und längere Pilgerreise: In der Woche nach Ostern 2027 soll es nach Medjugorje gehen.