Herzlich Willkommen im Pfarrverband Dorfen

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Nachruf H. H. Wieser

Geistlicher Rat Johann Wieser
Hochbetagt ist unser Ruhestandspriester, Geistl. Rat Johann Wieser, am 15. Mai 2026 kurz vor seinem 94. Geburtstag verstorben. Die letzten Lebensjahre verbrachte er im Marienstift Dorfen, wo er sich sehr wohl fühlte und bis wenige Wochen vor seinem Tod (obwohl an den Rollstuhl gebunden) noch Gottesdienste für die Heimbewohner hielt, Kranke und Einsame tröstete und Sterbenden die Krankensalbung spendete.
Dorfen, wo er 1962/63 ein gutes Jahr seiner Kaplanszeit im Einsatz war, bedeutete ihm viel, insbesondere die altehrwürdige Marienwallfahrtskirche. In deren Nähe hatte er sich im Herbst 2006 in der „Bergresidenz“ niedergelassen, zusammen mit seiner langjährigen, aus Schnaupping stammenden Haushälterin Irmgard Held, die 2012 verstarb. Auch er selbst blieb im fortschreitenden Alter nicht vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen verschont, verlor dabei aber nie sein Gottvertrauen und seinen Lebensmut.
Johann Wieser stammte aus einfachen Verhältnissen. In einer kinderreichen Familie in der Pfarrei St. Margaret in Landshut-Achdorf aufgewachsen, erfuhr er im Elternhaus eine tiefe christliche Prägung. Weil ihm Kinder und Jugendliche sehr am Herzen lagen, studierte er nach dem Abitur zunächst Lehramt an Volksschulen und war als Lehrer in Pfarrkirchen eingesetzt. Bald reifte in ihm aber der Wunsch, Priester zu werden. So begann er 1954 ein Theologiestudium an der Hochschule Freising, u. a. bei Prof. Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt.
Nach der Priesterweihe im Juni 1960 im Mariendom zu Freising und der Primiz in seiner Heimatpfarrei führten ihn sein priesterlicher Auftrag nach Kolbermoor und Bischofswiesen, ehe er im Mai 1962 Filialkaplan in Dorfen wurde. Im September 1963 berief ihn Julius Kardinal Döpfner zum Erdinger Jugendseelsorger. Zugleich unterrichtete er in der Kreisstadt an der Knabenrealschule und an der Landwirtschaftsschule. Außerdem erhielt er ein Benefizium übertragen und war als Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Erding bestellt.
Fünf Jahre später führte sein Weg weiter in die Nachbarstadt Moosburg, wo er als Religionslehrer an die Realschule beschäftigt war. 1976 erfolgte seine Versetzung ans Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium. Dort stieg er in der gymnasialen Laufbahn bis zum Studiendirektor auf und übte bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 innerhalb der Schulgemeinschaft auch die heikle Aufgabe des Drogenberaters aus. 
Parallel zu seinem Schuldienst war er als Seelsorgemithilfe in der Stadtpfarrei St. Kastulus angewiesen und blieb es auch im Ruhestand. Zudem betreute er zuletzt drei Altenheime, ehe er sich entschloss, seinen Lebensabend in Dorfen zu verbringen. In unserem Pfarrverband erfreute er sich auf Grund seiner einfühlsamen, den Menschen zugewandten Wesensart großer Beliebtheit. Hochgeschätzt war er auch wegen seiner feierlichen Gottesdienste und seiner wortgewandten Predigten, mit denen er immer wieder den Nerv der Zuhörer traf. Und unermüdlich war er für Kranke, Alte und Sterbende zu jeder Tages– und Nachtzeit da. 

Herr Geistl. Rat Wieser, vergelt‘s Gott!

Der Herr gebe ihm die ewige Ruhe