Am 12. April 2026 wurde unsere neue Orgel im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes durch H.H. Weihbischof Wolfgang Bischof gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben.
In seiner Predigt sprach der Weihbischof u.a. davon, dass durch eine Orgel die Stimme der Kirche ertöne. Jede der vielen Pfeifen sei verschieden, aber im Zusammenspiel entstehe ein harmonischer Klang und die Melodie Gottes werde hörbar. Ein schönes Symbol auch für eine Pfarrgemeinde, in der viele verschiedene Menschen zusammenwirken und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und Talente einbringen.
Bis zur Segnung schwieg die Orgel, und danach erklangen in einer Toccata von Girolamo Frescobaldi (1583 - 1643) im ersten feierlichen Spiel ihre vielen Stimmen – ein ganz besonderer, sehr bewegender Moment.
Die neue Orgel, nach Vorbildern italienischer Renaissance-Instrumente gebaut, fügt sich optisch und klanglich perfekt in den Kirchenraum ein. Die Erschaffer des neuen Instruments, die beiden Orgelbauer Christoph Weber und Georg Deutinger, die mit ihren Familien gekommen waren, sowie die weiteren am Bau beteiligten Handwerker konnten nun den wunderschönen Klang, die Frucht ihrer vielen Arbeit, genießen.
Kirchenmusiker Ernst Bartmann zeigte die „Farben“ des neuen Instruments in allen Schattierungen: er hatte für den Gottesdienst mehrere Stücke der Renaissance-Zeit ausgewählt und perfekt arrangiert, u.a. von Ignazio Donati (1575-1638), Francisco Garro (1556-1623), Michael Praetorius (1571-1621) und Lorenzo Calvi (1585-1630). Außerdem hatte er mehrere eigene Stücke komponiert, die einen interessanten Kontrast zu den mehrere hundert Jahre alten Melodien bildeten. Das feine italienische Glockenspiel kam beim ersten Halleluja zum Klingen. In der eigens zur Orgelweihe komponierten Liedkantate zur Gabenbereitung begleiteten jeweils unterschiedliche Register die 6 Strophen, in welchen die Thomasgeschichte des Tagesevangeliums nacherzählt wurde - hier ertönte auch zum ersten Mal der Gesang der Nachtigall.
Die Marktkirche war bis auf den letzten Platz besetzt, außerdem feierten die ca. 150 Pfarreimitglieder den Gottesdienst in der Pfarrkirche per Video-Übertragung mit. Ein besonderer Dank gilt den Stadtwerken Dorfen mit ihrem Geschäftsführer Klaus Steiner, die die Logistik für die Videoübertragung unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben.
Am Nachmittag konnte die neue Orgel sodann zeigen, was alles in ihr steckt. Prof. Martin Riccabona, international renommierter Organist, Preisträger mehrerer internationaler Orgelwettbewerbe und Dozent an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth, spielte das großartige Einweihungskonzert mit perfekt für das neue Instrument ausgesuchten Werken, u.a. von Girolamo Frescobaldi, Giovan Paolo Cima und Georg Muffat. Prof. Riccabona hatte das Dorfener Orgelprojekt als Berater äußerst engagiert unterstützt und begleitet. Das Einweihungskonzert spielte er als Benefizkonzert zu Gunsten der Orgel ohne Honorar– und dies sogar zwei Mal hintereinander, damit möglichst viele Musikliebhaber dabei sein und es genießen konnten. Die Besucherinnen und Besucher der beiden Konzerte waren absolut begeistert und spendeten langanhaltenden Applaus.
Sehr viele Menschen haben – tatkräftig, finanziell und ideell - dazu beigetragen, dass der Traum von einer Orgel in der Marktkirche Wirklichkeit geworden ist. Allen Förderern, Spendern, PfeifenpatInnen und sonstigen Unterstützern sei hier noch einmal herzlichst gedankt! Der größte Dank gebührt jedoch den drei Herren, deren Vision, Engagement und Herzblut in jedem einzelnen Stück und Ton der Orgel zu spüren ist: den beiden Orgelbauern Christoph Weber und Georg Deutinger sowie Kirchenmusiker Ernst Bartmann.
In der Konstitution über die heilige Liturgie heißt es: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“
Oder wie Orgelbauer Christoph Weber es schon 2022 so trefflich formuliert hat: „Die Orgel wird zum Lobe Gottes und zur Freude aller erklingen.“
Anna Schmid, Schriftführerin Cäcilienverein Maria Dorfen e.V.
Siehe auch Artikel aus Münchner Merkur:
Die neue Orgel in St. Veit erklingt mit 627 Pfeifen zum ersten Mal