| |
|
|
|
|
|
|
| |
| Dialog in unsicheren Zeiten – von Meilensteinen und neuen Herausforderungen | |
|
|
| | 1. Religiöser Dialog – Ursprünge und Meilensteine im Angesicht fundamentaler Verunsicherung Können Religionen und kann explizit der religiöse Dialog dieser neuen Verunsicherung beikommen? Auf den ersten Blick scheinen religiöse Gebote doch eher wie ein utopischer Störfaktor inmitten einer Welt harter Realitäten. Sind wir nicht schon verunsichert genug? Können wir die unbequeme, ja unrealistische Moral nicht außen vor lassen? Und ist es wirklich die Zeit des „Damit alle eins seien“? Geht es nicht erst einmal um eine verteidigende Abgrenzung statt um religions- und kulturübergreifende Verständigung? Die Trumps und Putins dieser Welt legen uns ein Kämpfen mit harten Bandagen jedenfalls nahe. Lassen wir uns unsere Unsicherheit besser nicht anmerken, fragen wir lieber nicht zu viel nach Moral oder gar nach Visionen! Oder!? Die Geschichte der ökumenischen und interreligiösen Bewegungen sagt uns: Mitnichten! Ihren Ursprung fanden die Ökumene und der interreligiöse Dialog bezeichnenderweise schließlich im Angesicht der Schrecken des zweiten Weltkriegs. So formuliert der Ökumenische Rat der Kirchen mit seiner Gründung 1948 „Krieg soll nach dem Willen Gottes nicht sein“. Eine fundamentale Erfahrung der Unsicherheit, ja der fundamentalen Unmenschlichkeit ist es, die die Mütter und Väter des ökumenischen Dialogs damals antrieb, ihre Vision einer Gemeinschaft aller Christ:innen voranzutreiben. Verunsicherung war da mehr als genug, ganz zu schweigen vom Bewusstsein dafür, wie Moral und Ideale mit Füßen getreten werden können. Und gerade deshalb waren sie angetrieben, sich neuer Unsicherheit, sich dem Anderen zu stellen. In das gleiche Fahrwasser führt uns ein Blick auf die Ursprünge des jüdisch-christlichen Dialogs. Vertreter:innen der bekennenden Kirche trieben nach dem Krieg christlicherseits den Kampf gegen Antisemitismus voran und initiierten mit einem „Wort zur Judenfrage“ 1948 ein zentrales Schuldeingeständnis gegenüber Jüdinnen:Juden, das neben ersten Dialogformaten unter dem Motto „Nie wieder!“ eine vorsichtige Annäherung im Nachkriegsdeutschland überhaupt erst ermöglichte. Die katholische Konzilserklärung Nostra Aetate 1965 baut auf diese Erfahrungen auf und versucht sich an einer theologischen Kehrtwende im Angesicht jahrhundertealter Verunsicherung, Verunglimpfung, Verleumdung und Verfolgung. Auch hier gilt: Hätten Menschen nicht ihre Verunsicherung, ihre Schrecken und Angst als solche angenommen und in einen Motor für neue Verständigung verwandelt, so sähe es wohl bis heute mehr als still aus um einen echten Dialog. Einen neuen großen Schub bekamen interreligiöse und ökumenische Dialogbemühungen schließlich in der Hochphase des Kalten Krieges – und damit wiederum in einer Phase maximaler Verunsicherung. Ende der 1970er-Jahre entstand die bis heute jährlich begangene Ökumenische Friedens Dekade (Infos hier: https://www.friedensdekade.de/ ). An den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag und damit auch über den Volkstrauertag und den 9. November hinweg gibt es bis heute ökumenische Gebetsinitiativen und Aktionen. Mit dieser Dynamik verband sich schließlich in der DDR auch die Friedensbewegung mit ihren berühmten Gebeten. Ebenfalls in die 1970er fällt die Gründung der internationalen interreligiösen Bewegung „Religions for Peace“ (Infos hier: https://www.rfp.org/ ). Als Nichtregierungsorganisation engagiert sich dieser Zusammenschluss mit weltweit 90 nationalen Mitgliedsverbänden für die internationale Friedenspolitik ebenso wie für gemeinwohlorientierte Entwicklungs-, Umwelt- und Klimapolitik. Im gemeinsamen Besinnen auf religiöse Werte und Menschenbilder legen die Vertreter:innen ganz unterschiedlicher Denominationen immer wieder den Finger in die Wunde und sind mittlerweile regelmäßige Gäste bei den Vereinten Nationen und internationalen Klimakonferenzen. Die herausgegriffenen „Gründungsgeschichten“ des Dialogs zeigen: Eine religiöse Suche nach Sicherheit in Zeiten der Unsicherheit bedeutet nicht, faktische Unsicherheiten zu verschweigen oder kleinzureden, sondern: Sie anzuerkennen und zu bearbeiten. Hin zu echter Verständigung, hin vielleicht auch zu einer neuen „Unsicherheits-Gewöhnung“. Und das alles im Zeichen einer mobilisierenden Friedenssehnsucht im Angesicht des Schreckens. |
|
|
| | 2. Und heute? Zwischenfragen zulassen, miteinander diskutieren und am Frieden bauen! Ein Blick auf die Geschichte des Dialogs macht also Mut. Unsere Zeit wird nicht von heute auf morgen einfach, friedvoll und harmonisch sein. Auch einfache Antworten wird es wohl vorerst nicht geben. Aber: Wer weiter gemeinsam auslotet, wo die Stimme eines menschenliebenden Gottes zu finden ist, der:die wird ein Stück an Verständigung mitbauen können. Dass das nicht immer einfach ist, zeigt etwa die aktuelle, im Zeichen des Ukrainekriegs entstandene, Friedensdenkschrift der EKD (siehe hier: https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm). Erstmals nimmt die EKD in diesem Text anhand von friedensethischen „Zwischenfragen“ eine Priorisierung des Schutzes vor Gewalt noch vor den weiteren drei etablierten friedensethischen Dimensionen (Förderung von Freiheit, Abbau von Ungleichheiten sowie friedensfördernder Umgang mit Pluralität) vor. Berichterstatter wie das ZDF wittern hier gar einen Abschied der Kirche vom Pazifismus und einen Bruch mit der Tradition der Friedensbewegung (siehe hier: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/evangelische-kirche-friedensdenkschrift-kritik-ekd-100.html ). Fakt ist: Welcher Preis mit einem Schutz vor Gewalt einhergeht, das bleibt zu diskutieren und das stellt weiter vor ethische und dialogische Herausforderungen. Die Bemühung um Frieden und die Dynamik, die sie in Religionen gerade in Zeiten der Unsicherheit entfaltet, wird hier einmal mehr deutlich. In Bewegung bleiben, diskutieren und gemeinsam für die Opfer von Krieg und Gewalt eintreten – in veränderten Zeiten mitunter mit neuen, veränderten Priorisierungen. In Bewegung bleiben und gemeinsam diskutieren – das versuchen wir dieser Tage daher auch in unserer Dialogarbeit für die Erzdiözese München und Freising. So begleiteten auch wir die Gebete und Aktionen rund um die Münchener Sicherheitskonferenz. Konkret konnten wir ein ökumenisches Friedensgebet in St. Michael und ein Austauschformat für Schüler:innen anbieten, bei dem sie in direkten Kontakt mit Experten der Sicherheitskonferenz kommen konnten (siehe Rückblicke weiter unten). Darüber hinaus fanden sich im Rahmenprogramm auch wieder zahlreiche interreligiöse Austauschformate rund um die Themen Sicherheit und Frieden. So luden zahlreiche Religionsgemeinschaften Münchens unter dem Motto „Mitten im Krieg den Frieden vorbereiten“ wieder zum Friedensgebet der Religionen, das Münchener Forum Islam lud zum Freitagsgebet mit thematisch passender Predigt und die Israelitische Kultusgemeinde griff in ihrem Shabbat-Gottesdienst ebenfalls die Friedensthematik auf. Auch die Gebetswoche für die Einheit der Christen war für uns wieder ein ermutigendes Zeichen, dass Spiritualität, Musik und Gebet Unterschiede überwinden können und uns gerade in diesen Zeiten Sicherheit und Kraft geben. Im Fokus stand dabei in diesem Jahr die armenische Kirche und damit christliches Leben inmitten eines von Krisen und Konflikten in Vergangenheit und Gegenwart geschüttelten Landes. Diese Tradition zeigte uns mit ihren Hymnen und Gesängen eindrücklich, was es bedeutet, der Unsicherheit Hoffnung entgegenzustellen. Dass nun im jüdisch-christlichen Dialog die Woche der Brüderlichkeit ansteht und in München wieder mit einem reich bestückten Programm stattfinden kann, zeigt darüber hinaus einmal mehr, dass gewachsene Kontakte und eine Diskussionskultur auf Augenhöhe auch krisenhafte Zeiten (angesichts des Terrorangriffs der Hamas und des Gaza-Kriegs) überstehen können. Passenderweise lautet das Motto der Woche der Brüderlichkeit in diesem Jahr „Schulter an Schulter miteinander“. In diesem Sinne: Lassen wir uns produktiv verunsichern, bleiben wir zugleich Seite an Seite standhaft und teilen wir Sorgen und Ängste, ohne uns lähmen zu lassen! | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
|
|
| Rückblick / VeranstaltungenRückblicke: | |
|
|
| | Von der spirituellen Kraft eines gebeutelten Landes – Die Gebetswoche für die Einheit der Christen blickte in diesem Jahr 2026 auf Armenien von Dr. Florian Schuppe
„Wir stellen uns heute Abend in die Reihe aller Christen, die in dieser Woche weltweit besonders für die Einheit unter den Christen beten. Die Einheit, die wir so sehr brauchen in diesen Zeiten, die geprägt sind von Polarisierungen, unverhohlenen Machtansprüchen und tiefgehender Verunsicherung.“ Mit diesen Worten eröffnete Kardinal Marx den Ökumenischen Gottesdienst am 21. Januar 2026 anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Nicht weniger als sechs Bischöfe und etwa 50 Vertreter:innen der unterschiedlichsten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften waren im Münchener Liebfrauendom zusammengekommen, um in Zeiten der weltweiten Verunsicherung und Zersplitterung gemeinsam dieses kraftvolle Zeichen für die Einheit und der Hoffnung zu setzen. Und so ließ schon der Einzug in den gut gefüllten Dom, begleitet von Klängen eines der besten armenischen Chöre, erahnen, wie sich die Einheit der Kirchen anfühlt und wieviel Kraft in ihr liegt. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand unter dem Motto „Licht vom Licht für das Licht“ ("Light from the Light for the Light“) der gemeinsame Blick auf Christus, der das Glaubensbekenntnis von Nizäa den Ehrentitel „Licht vom Licht“ verleiht und alle Christen beruft, gemeinsam als „Kinder des Lichts“ zu leben. Der Ablauf folgte den zentralen Elementen einer armenischen Lichtvesper: Beim Entzünden einer Kerze wurde Christus in einem ergreifenden Lichthymnus gepriesen. Nach der Predigt, in der Landesbischof Kopp dazu aufrief in Zeiten der Verunsicherung gemeinsam für die Hoffnung einzustehen, wurde deren Licht von Bischof Serovpe und Landesbischof an die Gläubigen verteilt. Im Klang der wunderschönen Hymnen, die das Geghard Vokal Ensemble vortrug, schien sich ein tiefer Frieden und ein echtes Gefühl der Verbundenheit im Kirchenraum zu verteilen. Dass gerade der Reichtum der Liturgie und Kirchenmusik des Landes, das weltweit als erstes das Christentum als Staatsreligion angenommen hatte, in dieser Situation solche Kraft entfaltete, war sicher kein Zufall. Denn im Blick war damit aber auch ein Land, das in seiner Geschichte und auch aktuell durch schwere Herausforderungen und Verunsicherungen gehen musste und muss. Die armenische zutiefst christlich geprägte Kultur beeinflusste über Jahrhunderte weite Teile des Nahen Ostens und brachte große Theologen und Kirchenmusiker hervor. Gleichzeitig geriet das zahlenmäßig kleine Volk immer wieder zwischen die Fronten unterschiedlicher Großmächte. Schrecklicher Höhepunkt und prägend für die Wahrnehmung der eigenen Geschichte bis heute war der Genozid (im Armenischen Aghet/Katastrophe genannt) in den Jahren 1915/16, bei dem mehrere Millionen Armenier vertrieben und getötet wurden. Der heutige Staat Armenien bildet nur einen kleinen Teil des einstigen armenischen Kulturraumes ab. Aktuell geht das Land durch tiefgreifende Umbrüche, auch im Miteinander von Kirche und Staat, die nicht ohne den Hintergrund des Krieges um die autonome Region Berg-Karabach und deren Eroberung durch Aserbaidschan zu verstehen sind. Beim anschließenden Empfang charakterisierte Bischof Serovpe die Situation mit folgenden Worten: „Die gesellschaftlichen Spannungen, die wir heute erleben, lassen sich nicht verstehen ohne den 44-tägigen Krieg im Herbst 2020 und seine Folgen. Die militärische Niederlage, der Verlust von Bergkarabach und schließlich die Vertreibung der gesamten, armenischen Bevölkerung aus Arzach haben tiefe Wunden hinterlassen – nicht nur politisch, sondern auch seelisch und geistlich. Für die Armenisch-Apostolische Kirche ist diese Situation besonders schmerzhaft. Sie spricht nicht aus parteipolitischem Interesse, sondern aus der Erfahrung konkreten Leids. Dennoch ist es dabei entscheidend, dass die Kirche weder zum politischen Instrument werden noch sich aus gesellschaftlicher Verantwortung zurückziehen darf. Ihr Auftrag besteht darin, das Evangelium zu verkünden und dort ihre Stimme zu erheben, wo Menschenwürde und Gerechtigkeit in Gefahr geraten. Diese Haltung kann unbequem sein – für politische Akteure ebenso wie für die Kirche selbst.“ Vielleicht war es gerade dieser Erfahrungshintergrund, der dazu beitrug, dass der Gottesdienst und der anschließende Empfang in diesem Jahr zu einem so kraftvollen und stärkenden Zeichen wurde. |
|
|
|
| | „Kriegstüchtig“ und/oder fähig zum „Gerechten Frieden“ – Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern beschäftigt sich mit einem hochaktuellen Thema von Dr. Florian Schuppe
Der Krieg ist plötzlich ganz nah. Dieses Grundgefühl, das viele Menschen seit dem völkerrechtwidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine beschäftigt, bekam zu Beginn der zweitägigen Delegiertenversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern eine zusätzliche Note: Ausgewählte Delegierte erzählten von ihren Erfahrungen. Da waren die Kriege in Berg-Karabach, in der Ukraine, in Syrien und auf dem Balkan plötzlich ganz nah, weil Menschen mitten aus der Versammlung sie erlebt hatten oder aktuell erleben. Es wurde deutlich, dass es auch eine unbewusste Entscheidung bedeutet, sich sicher und nur am Rande betroffen von all den auch damals schon nahen Kriegen zu fühlen. Jetzt, da sich dieses Gefühl verändert hat, stehen auch die Kirchen vor der Herausforderung, ihre Haltungen neu zu justieren. Und wenn man in das Spektrum der kirchlichen Antworten schaut, die sich in Augsburg trafen, ergibt sich eine Spannweite von streng pazifistischen Positionen bis zu sozialethischen Entwürfen, die vom gerechten Krieg sprechen können. Es war wichtig, sich dabei nicht nur mit innerkirchlichen Blickwinkeln auseinander zu setzen, sondern auch Militärs und Konfliktforschern gut zuzuhören. Deren Antworten stimmten zwar im Ziel überein, schlugen doch zur Erreichung sehr unterschiedliche Wege ein. Während militärisch der Einsatz von Gegengewalt zur Friedenssicherung angemessen erscheinen kann, fokussiert die vorgestellte Konfliktforschung auf Deeskalation und Konfliktanalysen. Spannend war es schließlich, in der Workshopphase auf die spirituellen Ressourcen der unterschiedlichen Kirchen zu blicken. Da ging es um die Frage der Wehrpflicht ebenso wie um eine Auseinandersetzung mit biblischen Texten oder die katholisch gerade gehypte Conversatio in Spiritu. Auf dem den ersten Tag abschließenden Podium trafen die unterschiedlichen Sichtweisen und Rollen aufeinander, direkt Betroffene und eher abstrakt analysierende, gesellschaftskritische und pragmatische, pazifistische und militärische Stimmen. Es entwickelte sich ein spannendes Gespräch, das bei allen Beteiligten zeigte, wie konkret sie das Thema umtrieb und die Sorge vor einer weiteren Destabilisierung im Raum war. Den Abschluss eines dichten Tages bildete ein sehr stimmiger ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Ulrichskirche. Den Schlussakkord am zweiten Tag setzte eine Auseinandersetzung mit der Friedensdenkschrift des Rates der EKD „Gerechten Frieden schaffen in unruhigen Zeiten“ und deren Verhältnisbestimmung der vom Evangelium her vorgegeben Haltung der Gewaltlosigkeit und dem Schutzbedürfnis als Teil eines umfassenderen Konzeptes des gerechten Friedens. Eine dichte und gewinnbringende Delegiertenversammlung des höchsten multilateralen Gremiums der Ökumene in Bayern! |
|
|
|
| | Bedrohte Gewissheiten, bedrohte Sicherheit? – Eine Begegnung von Schüler:innen mit Experten der Münchener Sicherheitskonferenz am 13.02.2026 von Dr. Hannah Judith Krieg in Europa, unsichere internationale Gefüge und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht – Jugendliche unserer Tage sind mehr als viele Generationen vor ihnen (wieder) mit sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragestellungen und Realitäten konfrontiert. Es geht um Verantwortung, Zukunft und – laut Shell-Jugendstudie 2024 für 81% der Jugendlichen in Deutschland – auch und vor allem um Sorge vor einem Krieg. |
|
|
| | | Die Themen der gerade zu Ende gegangenen Münchener Sicherheitskonferenz (13.-15. Februar 2026) betreffen junge Menschen heute daher mehr denn je. Darauf wollten wir reagieren und konnten, wie schon im vergangenen Jahr, auch heuer wieder eine Begegnung zwischen Schüler:innen unserer erzbischöflichen Schulen und Experten der Münchener Sicherheitskonferenz ermöglichen. |
|
|
| | Etwa 70 Oberstufenschüler:innen traten in St. Michael in einen facettenreichen Austausch mit unseren Gästen Yuriy Yarmilko (ehem. Generalkonsul der Ukraine in München und jetzt Berater der Sicherheitskonferenz) und Moritz Jahn (Projektmanager bei der Sicherheitskonferenz). In einem lebendigen Gespräch wurde der Bogen gespannt von internationalen Konfliktfeldern bis hin zur Sicherheit Deutschlands und Europas, hybriden Bedrohungen und der Notwendigkeit einer neuen Verteidigungsfähigkeit. Dabei war Raum für Fachexpertise ebenso wie für persönliche Reflexion und die Frage nach der eigenen Verantwortung und Rolle in einem „Deutschland nach der Zeitenwende“. |
|
|
| | „Für welche Werte sollen wir kämpfen, wenn man sich auf vieles nicht mehr verlassen kann?“ „Wie können wir damit umgehen, dass extreme politsche Kräfte die Angst und Verunsicherung gerade junger Menschen für sich ausnutzen?“ „Wie steht es mit der Gerechtigkeit zwischen Generationen, wenn jetzt nur die jungen Menschen in die Pflicht genommen werden?“ Diese und viele weitere Überlegungen fanden Raum und wurden von beiden Expert:innen einfühlsam, auf Augenhöhe und in aller – manchmal auch schmerzlichen – Ehrlichkeit aufgenommen und beantwortet. Dass religiöse Praxis dabei eine bestärkende und begleitende Funktion einnehmen kann, durften die Teilnehmer:innen schließlich ganz praktisch erleben. So wurde das Expertengespräch von einer Reflexion über das Gehörte in Kleingruppen abgerundet. Das Programm mündete schließlich in ein Friedensgebet, in dem die persönlichen Fürbitten der Jugendlichen im Fokus standen: Für ein Hören auf junge Stimmen, für Mut in schwierigen Zeiten, für Weitsicht der Entscheidungsträger:innen und für Zusammenhalt im Kleinen wie im Großen. |
|
|
|
| | Hilft Beten? Impressionen vom Ökumenischen Friedengebet anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz am 13.02.2026 von Dr. Florian Schuppe
Der streng abgeschirmte Sicherheitsbereich rund um das Hotel Bayrischer Hof, in dem die Münchner Sicherheitskonferenz tagt, beginnt nur wenige Meter entfernt. In dieser unmittelbaren Nähe zu den Treffen der Sicherheitsexperten, hochrangigen Militärs und politischen Verantwortungsträgern für den Frieden zu beten - das schafft eine ganz besondere Atmosphäre: Die großen Worte von Frieden und Versöhnung fallen nicht ganz so leicht angesichts all der Krisen und Kriege, die hier verhandelt werden. Trotzdem ist es genau deshalb wichtig dieses Zeichen zu setzen. Gemeinsam als „Hoffnungsvol(l)k“ zusammenzukommen, in Vielfalt versöhnt und bereit sich neu als Boten des Friedens senden zu lassen. Und vielleicht ist das die besondere Kraft solcher Gebete: Sie stärken angesichts einer Aufgabe und Weltlage, die in ihrer Komplexität und Schwere mutlos machen kann. Im gemeinsamen Hinwenden zu Gott können sie helfen, die eigene Verantwortung in den rechten Rahmen zu stellen und für einen Moment dem Frieden im eigenen Herzen Raum zu geben. Die Erfahrung gemeinsam gesendet zu sein, hilft kraftvoll die nächsten Schritte zu gehen., Eine Ahnung davon konnte man gewinnen im Klang der Lieder, in den Texten der Gebete, im Hören auf die Zusagen der Schrift und im Teilen der Lichter. |
|
|
|
| |
| | Samstag, 7. März 2026, 18:00 Uhr – 21:00 Uhr Zum Internationalen Weltfrauentag: Tänze aus aller Welt Zum Internationalen Weltfrauentag findet – inzwischen schon fast traditionell – wieder ein Begegnungs- und Tanzabend für Frauen aller Religionen und Kulturen statt. Mit gemeinsamen (Kreis-)Tänzen aus weiblichen Lebenswelten rund um den Globus, Impulsen und Austausch sowie einem köstlichen indischen Abendessen. Alle weiteren Informationen und die Adresse zum Anmelden bei missio finden Sie im Flyer. Ort: Großer Saal im Haus der Weltkirche bei missio München, Pettenkoferstr. 26-28, 80336 München |
|
|
|
| | Sonntag, 8. März – Sonntag, 15. März 2026 „Schulter an Schulter miteinander“ (Woche der Brüderlichkeit 2026) Die diesjährige „Woche der Brüderlichkeit“, die in München seit 1951 von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) durchgeführt wird, steht diesmal unter dem Motto „Schulter an Schulter miteinander“ – ein Zitat vom Propheten Zefanja. Es erscheint wie eine Utopie: Schulter an Schulter sollen wir in Frieden miteinander leben. Hass zu verbreiten ist einfach, Verständigung und Zusammenarbeit aber ist handwerkliche Arbeit – aber sie lohnt! Die GCJZ München und Oberbayern bietet wieder ein vielfältiges Bildungs- und Begegnungsprogramm. Flyer |
|
|
|
| | Montag, 16. März 2026, 19:00 Uhr Nymphenburger Gespräche: Nahrung für die Seele Ein interreligiöser Abend zum Thema Fasten Viele Religionen kennen die Praxis des Fastens als spirituelle Übung, die Geist und Körper neu auf Gott hin ausrichten soll. Dabei ist Fasten heute zugleich Teil eines Selbstoptimierungs-Trends, der wenig mit der eigentlichen Idee zu tun hat. Auf der anderen Seite wird Fasten als per se leibfeindliche Geisteshaltung abgelehnt und gar kein Sinn darin gesehen. Wir wollen an diesem Abend religiöse Menschen kennenlernen, die uns den Sinn und die unterschiedlichen Weisen des Fastens in den abrahamitischen Religionen näherbringen – und beschließen den Abend gemeinsam mit einem Iftar, dem abendlichen Fastenbrechen im Ramadan. Es diskutieren gemeinsam: - Prof. Dr. Stefanos Athanasiou (Orthodoxe Theologie, LMU München) - Rabbiner Dr. Tom Kucera (Liberale Jüdische Gemeinde Beth Shalom) - muslimische Vertreter*in von IDIZEM e.V. Moderation: Dr. Andreas Renz (Theologe, Erzbischöfl. Ordinariat München) Eine Veranstaltung des Kooperationsprogramms Nymphenburger Gespräche (Evangelische Stadtakademie München, Fachbereich Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat, Freunde Abrahams e.V., IDIZEM e.V., Liberale Jüdische Gemeinde Beth Shalom, Münchner Volkshochschule) in Zusammenarbeit mit Kultur im Trafo. Ort: Neuhausen, Kultur im Trafo, Nymphenburger Str. 171a Eintritt: 9,00 €
Anmeldung: Nymphenburger Gespräche: Nahrung für die Seele -Münchner Volkshochschule |
|
|
|
| | Dienstag, 14. April 2026, 19:00 Uhr Zwischen Brückenbau und Brandbeschleunigung - Zur Rolle der Kirchen in Europa in Zeiten der Polarisierung
Kirchen verfügen über ein enormes Potenzial, Menschen miteinander zu verbinden, Vertrauen zu fördern und Solidarität zu leben. Allerdings sind sie zugleich selbst von bestehenden und drohenden neuen Spaltungen betroffen. Sie haben mit Kräften zu kämpfen, die spaltend wirken, und teilweise tragen sie gar selbst zur Verstärkung von Polarisierungen bei. In dieser Veranstaltung betrachten wir in exemplarischen Schlaglichtern wie die Kirchen sich in den zunehmend polarisierten Gesellschaften in Europa verhalten, wo Sie Brückenbauer und wo sie selbst Brandbeschleuniger sind. Zwei ausgewiesene Expertinnen stellen uns dafür Ihre Erfahrungen zur Verfügung und geben so auch Deutungshilfen für die Situation in Deutschland. Die Online-Veranstaltung findet statt im Rahmen des Renovabis-Jahresthemas „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“. Die Osteuropa-Solidaritätsaktion nimmt damit den angesichts von Kriegen, sozialer Ungleichheit und zunehmender Polarisierung gefährdeten gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Fokus. Nähere Informationen: www.renovabis.de/pfingstaktion. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Freisinger Domberg-Akademie, des Fachbereiches Ökumene des Erzbischöflichen Ordinariats München und Renovabis. Referentinnen: Prof. Dr. Regina Elsner (Ökumenisches Institut der Universität Münster) und Dr. Ana-Marija Raffai (Theologin und Friedensaktivistin, Kroatien) Moderation: Dr. Thomas Steinforth (Domberg-Akademie)
Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung bei der Domberg-Akademie bis zum 13. April 2026 wird gebeten. Die Veranstaltung wird über das Videokonferenzportal Zoom abgehalten, den Zugangslink erhalten Sie rechtzeitig vor der Veranstaltung.
Anmeldung bitte unter: Zwischen Brückenbau und Brandbeschleunigung - Zur Rolle der Kirchen in Europa in Zeiten der Polarisierung |
|
|
|
| | Montag, 27. April 2026, 17:00 Uhr Wo stehen wir heute im Dialog mit Juden und Muslimen? Der Dialog zwischen Christen, Juden und Muslimen ist heute wichtiger denn je. Er schafft Verständnis, baut Brücken und trägt zum friedlichen Zusammenleben bei. Auch die katholische Kirche hat sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil für die Begegnung und den Dialog mit anderen Religionen geöffnet. Seither ist sie ein aktiver Mitgestalter des interreligiösen Dialogs weltweit. Der Vortrag beleuchtet, wo wir aktuell im interreligiösen Austausch stehen, welche Herausforderungen bestehen und welche Chancen sich für eine offene, respektvolle Gesellschaft ergeben. Referent: Dr. Andreas Renz, Leiter des Fachbereichs Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat München und Kath. Vorsitzender der GCJZ-München Oberbayern e.V. Ort und Veranstalter: Diözesanbüro des Kath. Deutschen Frauenbunds, Dachauer Str. 5, IV. Stock, 80335 München Kosten: 8 Euro / 13 Euro Nichtmitglieder Anmeldung: https://www.frauenbund-muenchen.de/anmeldung/?va=6496 oder Tel. 089/599 18-780 |
|
|
|
| |  | Sonntag, 10. Mai 2026, 17:00 – 19:00 Uhr Interreligiöses Mitsingkonzert „Pray for Peace – Wünschet den Frieden“
Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München e. V und der Fachbereich Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat München laden zu einem interreligiösen Mitsingkonzert ein. Es werden u. a. Psalmvertonungen sowie Lieder aus der christlichen, jüdischen und muslimischen Tradition gesungen. Geleitet wird der Chor vom Herausgeber des neuen Liederbuchs „Pray for Peace“ Peter F. Schneider und dem Instrumentalensemble „Pray for Peace“. Angesprochen sind alle Altersgruppen – am Muttertag auch besonders für Familien geeignet. Ort: Ehemalige Karmeliterkirche, Karmeliterstr. 1, München Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten unter: info@biblische-lieder.de |
|
|
|
|
| | Samstag, 23. Mai 2026, 20 Uhr “Resonanzen der Heiligen” – Konzert Musica Sacra International Hochkarätige Musik aus unterschiedlichen Religionen und anderen Kulturkreisen präsentiert das Festival Musica Sacra International vom 22. bis 26. Mai 2026 in Marktoberdorf, Augsburg und der ganzen Region Allgäu und 2026 erstmals auch in München. Das Begegnungsfestival möchte durch die Musik einen gerade in der heutigen Zeit wichtigen Beitrag zum Kennenlernen und Verstehen anderer Kulturen und Religionen leisten. Die Zuschauer erleben außergewöhnliche musikalische Beiträge, Vielfalt, Gemeinschaft und Toleranz. Das Konzert in München findet in Kooperation mit dem Fachbereich Dialog der Religionen im Erzbischöflichen Ordinariat und der Pfarrei Herz Jesu statt. Das Konzert beginnt um 20:00 Uhr, um 19:00 Uhr wird es ein multireligiöses Gebet geben. Ort: Herz Jesu Kirche, München-Neuhausen Karten und mehr Informationen über MODfestivals e.V. | Temporäre Landingpage |
|
|
|
| |
| Literaturtipps | Die neue Friedensdenkschrift der EKD: Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen 2025 legte die EKD mit der Friedensdenkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ eine Reaktion auf aktuelle globale Krisen wie Krieg, geopolitische Verschiebungen, neue Waffentechnologien, Klimakrise und den Druck auf Demokratien vor. Dabei verbindet sie klassische kirchliche Themen wie nukleare Abschreckung, Rüstungsexporte und Wehrdienst mit einer deutlich neu akzentuierten protestantischen Friedensethik: Im Zentrum steht das Leitbild des Gerechten Friedens, das vier ungleich gewichtete Dimensionen umfasst. Vorrang hat der Schutz vor Gewalt, darauf folgen die Förderung von Freiheit, der Abbau sozialer Ungleichheiten und ein friedlicher, aber begrenzter Umgang mit Vielfalt. Diese neue Gewichtung markiert einen klaren Unterschied zu früheren EKD-Friedenstexten und hat teils kontroverse Debatten innerhalb der Kirche und darüber hinaus ausgelöst. Gerade dies zeigt, dass die Denkschrift einen Nerv der Zeit trifft und zur eigenen Gewissensbildung anregen will, ohne einfache oder abschließende Antworten zu liefern. (fs) |
|
|
|
| | „Schulter an Schulter miteinander“ – Themenheft zum Jahr der christlich-jüdischen Zusammenarbeit 2026 Das neue "Themenheft 2026" des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR) enthält viele lesenswerte Artikel, Interviews und Praxisbeispiele, die der Information und Auseinandersetzung mit dem Jahresthema in Schule und Gemeinde dienen. Außerdem enthält das Themenheft Informationen über und ein Interview mit dem Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille 2026 Professor Dr. Christian Rutishauser SJ. (ar) Leseproben finden Sie im Shop, wo das Themenheft ab sofort auch bestellt werden kann: Shop | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
|
|
| |
| Gedicht | "I No Longer Pray for Peace" von Ann Weems On the edge of war, one foot already in, I no longer pray for peace: I pray for miracles. I pray that stone hearts will turn to tenderheartedness, and evil intentions will turn to mercifulness, and all the soldiers already deployed will be snatched out of harm’s way, and the whole world will be astounded onto its knees. I pray that all the “God talk” will take bones, and stand up and shed its cloak of faithlessness, and walk again in its powerful truth. I pray that the whole world might sit down together and share its bread and its wine. Some say there is no hope, but then I’ve always applauded the holy fools who never seem to give up on the scandalousness of our faith: that we are loved by God... that we can truly love one another. I no longer pray for peace: I pray for miracles. Ann Weems (1934―2016) ist eine im englischsprachigen Raum bekannte Poetin zahlreicher Gedichte und Hymnen. Sie entstammt der presbyterianisch-reformierten Tradition. | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
|
|
|
|
 | Name: Banner Newsletter Erzdiözese München und Freising Fachbereich Ökumene und Dialog der Religionen Bildnachweis: ©Erzbistum München und Freising 2024 |
|  | Name: Sarah rk Unsplash Bildnachweis: lizenzfrei / unsplash |
|  | Name: Gebetswoche 2026, Gottesdienst 21.01.2028 Bildnachweis: R. Kiderle |
|  | Name: Delegiertenkonfernz ACK Bayern Bildnachweis: privat /J. Ebert |
|  | Name: Schülerdiskussion
Sicherheitskonferenz 13.02.2026 Bildnachweis: EOM/ Kiderle Fotoagentur |
|  | Name: Schülerdiskussion Sicherheitskonferenz 13.02.2026
Moritz Jahn Bildnachweis: EOM/ Kiderle Fotoagentur |
|  | Name: Schülerdiskussion Sicherheitskonferenz 13.02.2026
Yuriy Yarmilko Bildnachweis: EOM/ Kiderle Fotoagentur |
|  | Name: Schülerdiskussion Sicherheitskonferenz 13.02.2026 Bildnachweis: EOM/ Kiderle Fotoagentur |
|  | Name: Gemeinsam für den Frieden beten 2026 Sicherheitskonferenz Bildnachweis: EOM/ Kiderle Fotoagentur |
|  | Name: 08. März - 15. März 2026
„Schulter an Schulter miteinander“ (Woche der Brüderlichkeit 2026) Bildnachweis: GCJZ |
|  | Name: Liederbuch "Pray for Peace" Bildnachweis: Verlag Edition Biblische Lieder |
|  | Name: Die Friedensdenkschrift der EKD 2025
Gerechten Frieden schaffen in unruhigen Zeiten Bildnachweis: EKD |
|  | Name: Themenheft Schulter an Schulter Bildnachweis: Deutscher Koordinierungsrat |
|
|