Archiv - Bibliothek

Aus der Arbeit von Archiv und Bibliothek

Neuigkeiten Mai 2026

Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe des Newsletters von Archiv und Bibliothek des Erzbistums!

Wir informieren Sie in unregelmäßigen Abständen über Aktuelles aus der Arbeit von Archiv und Bibliothek, z.B. die Bereitstellung von neuen Findbüchern und Digitalisaten im Digitalen Archiv des Erzbistums, bemerkenswerte Neuzugänge oder Medienberichte.

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Inhaltsverzeichnis

  1. „Beten.Backen.Bauen“
  2. Quellen zur Pfarrgeschichte
  3. Frauenleben hinter Klostermauern

„Beten.Backen.Bauen“

Schätze aus Archiv und Bibliothek des Klosters Altomünster

Die hl. Birgitta beim Empfangen einer Dreifaltigkeits-Vision. Initiale aus einem Antiphonar und Graduale, letztes Drittel des 15. Jh.
 
München, 11. Mai 2026. In einer Sonderausstellung präsentiert das Klostermuseum Altomünster in Zusammenarbeit mit Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising noch bis zum 31. Mai 2026 erstmals Handschriften, Drucke und Archivalien aus dem ehemaligen Birgittenkloster Altomünster.
 
Das Kloster wurde nach über 500-jährigem Bestehen 2016 durch den Heiligen Stuhl aufgehoben. Gebäude und Inventar gingen in der Folge an die Erzdiözese München und Freising über. Archiv und Bibliothek des Erzbistums übernahmen als zuständige Fachstellen die Sorge um den bis ins Mittelalter zurückreichenden Bestand an Handschriften, Drucken und Archivalien, die der seltene, zuletzt in Deutschland nur noch in Altomünster bestehende Birgittenorden hier angesammelt und bewahrt hatte. Die archivischen und bibliothekarischen Arbeiten beinhalteten die Erfassung und konservatorische Sicherung, Katalogisierung bzw. Verzeichnung sowie die weitgehende Digitalisierung. So stehen nun Online-Verzeichnisse und Digitalisate der Forschung sowie allen Interessierten zur Verfügung (Link Digitales ArchivLink DiözesanbibliothekLink Digitale Sammlungen). Das schriftgebundene Erbe des Klosters ist damit so weitgehend nutzbar wie noch nie in seiner Geschichte.
 
Eine Auswahl davon ist in der Ausstellung im Museum Altomünster erstmals im Original am Herkunftsort zu sehen. Die inhaltliche Spannweite reicht von illustrierten liturgischen Büchern des Mittelalters über barocke Baurechnungen bis hin zu Backrezepten aus der Klosterküche. Die Dokumente gewähren Einblicke in Frömmigkeit und Alltag der streng klausurierten Ordensfrauen und für die Zeit bis 1803 auch der in diesem Doppelkloster unter Leitung der Äbtissin lebenden Ordensmänner.
 
Die Ausstellung will die bleibende Wertschätzung für das klösterliche Kulturerbe zum Ausdruck bringen und zugleich zu dessen weiterer Erforschung anregen. Das Klostermuseum Altomünster beinhaltet darüber hinaus eine attraktive Dauerausstellung zum Birgittenorden und zur Klostergeschichte. So bietet sich hier auf Zeit die einmalige Gelegenheit, Kunstwerke und Schriftzeugnisse in sich gegenseitig erhellender Kombination zu erleben.
 
Das Museum gleich hinter der barocken Klosterkirche (St. Birgittenhof 6, 85250 Altomünster) ist von Donnerstag bis Samstag jeweils von 13.00 bis 16.00 Uhr und am Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet (Link zur Homepage). An den Sonntagen 17. Mai (Internationaler Museumstag) und 31. Mai (Ausstellungsende) wird jeweils um 15.00 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung angeboten.
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Quellen zur Pfarrgeschichte

Selekt-Bestand „Pfarreien Bände“ online

Urbar-, Sal- und Zinsbuch der Hl. Geist-Frühmess-Stiftung in Partenkirchen, angelegt 1603 (CB353, PB114)
 
München, 12. Mai 2026. Mit einer ersten Tranche von 214 Verzeichnungseinheiten ist der Selektbestand „Pfarreien Bände“ nun im Digitalen Archiv des Erzbistums München und Freising online nutzbar.
 
Der in den 1960er Jahren gebildete Bestand umfasst bandförmige Archivalien aus Pfarrarchiven, die wegen ihres Alters oder ihrer Bedeutung meist schon vor Jahrzehnten und auf nicht immer dokumentierten Wegen ins Diözesanarchiv gelangten. Aber auch einzelne Bände, die bei den diözesanen Zentralbehörden entstanden sind und sich auf Pfarreien beziehen, finden sich darin.
 
Die thematische Spannweite ist groß: Den größten Teil machen Besitzverzeichnisse oder Abgabenregister aus, die der Verwaltung der örtlichen Kirchen- oder Pfründestiftungen dienten. Daneben kommen Mirakelbücher (u.a. der Marienwallfahrt Dorfen), Orts- und Pfarrchroniken (u.a. für die Zeit des Ersten Weltkriegs), Pfarrbeschreibungen, Kircheninventare, Verkündbücher, Funktionarien (liturgische Kalender) und Rechnungen vor. Der Entstehungszeitraum erstreckt sich vom 15. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
 
Die Bände bilden wertvolle Ergänzungen der pfarrlichen Überlieferung. Bei der Neuverzeichnung wurden die aus Pfarreien stammenden Bände provenienzgerecht den jeweiligen Pfarrarchiven zugeordnet; die in der Forschung bisher verwendeten Signaturen sind dabei aber beibehalten. Alle Bände sind zudem gesammelt in numerischer Folge als Alternative Sicht (Link) greifbar.
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Frauenleben hinter Klostermauern

Archiv des Salesianerinnen-Klosters Beuerberg online

Entwurf zur Deckenbemalung in der Konventkirche des Salesianerinnen-Klosters Beuerberg, um 1900
 
München, 12. Mai 2026. Mit der Übernahme des ehemaligen Salesianerinnen-Klosters Beuerberg ging 2014 auch der Großteil von dessen Archiv an die Erzdiözese München und Freising über. Nachdem sogleich eine erste Erfassung der Archivalien erfolgt war, ist nun ihre detaillierte Neuverzeichnung und Digitalisierung abgeschlossen.
 
Findbuch (Link) und Digitalisate stehen im Digitalen Archiv des Erzbistums zur Verfügung. Das Online-Findbuch umfasst 2.541 Verzeichnungseinheiten. Zu den meisten sind auch die Digitalisate online einsehbar, soweit nicht bei personenbezogenen Unterlagen (etwa bei Schülerinnen-Verzeichnissen) aufgrund von Daten- und Persönlichkeitsschutz oder bei urheberrechtlich geschütztem Material derzeit noch Schutzfristen entgegenstehen. Insgesamt sind ca. 286.000 digitale Aufnahmen verfügbar.
 
Die Archivalien dokumentieren Geschichte und Tätigkeit des 1846 im Gebäude des säkularisierten Augustiner-Chorherrenstifts Beuerberg eingerichteten Salesianerinnen-Konvents. Über die innere und äußere Entwicklung informiert u.a. eine Klosterchronik, die in zwölf einzelnen Heften von der Gründung bis 1903 vorliegt (DA007, 875). Sie berichtet nicht nur über alljährlich wiederkehrende und außergewöhnliche Ereignisse, über die Neuaufnahme von Schwestern oder Besuche hochgestellter Gäste, sondern geht auch auf Probleme innerhalb der Gemeinschaft ein. Umfangreiche Unterlagen entsprangen dem Wirken der Schwestern in Mädchenschule und Internat. Von besonderer Eindringlichkeit ist der Briefwechsel zwischen dem Kloster und Erzbischof Michael Kardinal von Faulhaber aus der Zeit des Nationalsozialismus (DA007, 454).
 
Die ältesten und ungewöhnlichsten Archivalien kamen in der Wirtschaftskrise der 1920er Jahre ins Beuerberger Archiv: Die Schwestern des Salesianerinnen-Klosters in Barcelona schickten zur Unterstützung Kinderkleiderstoff nach Beuerberg, eingewickelt in alte Pergamentblätter, die sich als katalanische Notariatsurkunden aus dem 16. Jahrhundert entpuppten (DA007, 1362).
 
Eine Besonderheit des Bestands ist es, dass er nicht nur das Archiv des Klosters Beuerberg umfasst, sondern auch Archivteile des ehemaligen Salesianerinnen-Klosters Niedernfels (bei Marquartstein, bestehend 1954–1997), wo vertriebene deutsche Schwestern aus dem Kloster Chotieschau (tschechisch: Chotěšov) bei Pilsen eine neue Heimat gefunden hatten, sowie des Tochterklosters Koblenz-Moselweiß (bestehend 1863–1986). Diese Unterlagen sind im Findbuch jeweils unter eigenen Gliederungspunkten verzeichnet.
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Bildnachweise

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Bildnachweis: SMB für Archiv und Bibliothek des Erzbistums
Die hl. Birgitta beim Empfangen einer Dreifaltigkeits-Vision. Initiale aus einem Antiphonar und Graduale, letztes Drittel des 15. Jh.Name: Die hl. Birgitta beim Empfangen einer Dreifaltigkeits-Vision. Initiale aus einem Antiphonar und Graduale, letztes Drittel des 15. Jh.
Bildnachweis: Foto: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising
Urbar-, Sal- und Zinsbuch der Hl. Geist-Frühmess-Stiftung in Partenkirchen, angelegt 1603 (CB353, PB114)Name: Urbar-, Sal- und Zinsbuch der Hl. Geist-Frühmess-Stiftung in Partenkirchen, angelegt 1603 (CB353, PB114)
Bildnachweis: Foto: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising
Entwurf zur Deckenbemalung in der Konventkirche des Salesianerinnen-Klosters Beuerberg, um 1900Name: Entwurf zur Deckenbemalung in der Konventkirche des Salesianerinnen-Klosters Beuerberg, um 1900
Bildnachweis: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising