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| Zwischen Kanzel und KonzilsaulaQuellen zu Erzbischof Julius Kardinal Döpfner | München, 17. Juli 2026. Am 24. Juli 2026 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Erzbischof Julius Kardinal Döpfner (1913–1976). Als Bischof von Würzburg (1948–1957) und Berlin (1957–1961), seit 1961 als Erzbischof von München und Freising und seit 1965 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war er eine der markantesten Gestalten des deutschen Katholizismus im 20. Jahrhundert. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) spielte er als einer der vier Moderatoren eine zentrale Rolle. Wichtige Quellen zum Wirken Kardinal Döpfners sind nun im Digitalen Archiv des Erzbistums München und Freising online recherchierbar. Detaillierte digitale Findbücher erschließen zwei Teilbestände der Unterlagen des Kardinals: Der Teilbestand „Predigten und Ansprachen“ (Findbuch) umfasst Material zu 1.924 öffentlichen Äußerungen Döpfners von seiner Kaplanszeit bis zum Tod und dokumentiert damit seine nach Anlässen und Themen breit gestreute Verkündigungstätigkeit. Die 5.387 Nummern umfassenden „Konzilsakten“ (Findbuch) sind auf der Ebene der Einzeldokumente erschlossen und nach den einzelnen Phasen und Themen der Konzilsarbeit geordnet. Sie bilden eine der bedeutendsten deutschen Überlieferungen zum kirchlichen Zentralereignis des 20. Jahrhunderts. Über das Digitale Archiv des Erzbistums können die Unterlagen zur Nutzung in den Lesesaal bestellt werden. Durch die Online-Findbücher nicht bzw. nicht vollständig ersetzt und weiterhin erhältlich sind folgende, in der Reihe „Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising“ erschienene Werke über Kardinal Döpfner: · Guido Treffler / Peter Pfister (Bearb.), Erzbischöfliches Archiv München. Julius Kardinal Döpfner. Archivinventar der Dokumente zum Zweiten Vatikanischen Konzil (= Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising 6), Regensburg 2004; ISBN 978-3-7954-1439-9 · Guido Treffler (Bearb.), Julius Kardinal Döpfner. Konzilstagebücher, Briefe und Notizen zum Zweiten Vatikanischen Konzil (= Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising 9), Regensburg 2006; ISBN 978-3-7954-1771-0 · Peter Pfister (Hrsg.), Julius Kardinal Döpfner (1913-1976). Daten und Bilder zu seinem Wirken in Würzburg, Berlin und München (= Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising 17), Regensburg 2013; ISBN 978-3-7954-2824-2 Bezug über den Buchhandel oder den Verlag Schnell & Steiner (Leibnizstraße 13, 93055 Regensburg; Tel. 0941/78785-0, Fax -16; E-Mail: vertrieb@schnell-und-steiner.de) Ein digitales Findbuch zu den umfangreichen Amtsakten des Kardinals aus seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising ist in Vorbereitung. Bis zu dessen Online-Stellung können diese Akten – wie bisher – auf Anfrage (archiv@eomuc.de) genutzt werden. | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
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| Plan und WunderNeuzugänge in Archiv und Diözesanbibliothek | München, 15. Juli 2026. Bei Versteigerungen in einem Berliner und einem Münchner Auktionshaus konnten Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising jüngst wichtige Objekte erwerben, die ihre Bestände zur Diözesangeschichte ergänzen.
Die vom Archiv ersteigerte großformatige Planzeichnung steht im Zusammenhang mit der Neuausstattung des Münchner Doms im Stil der Neugotik ab 1859: Die bayerische Adelsfamilie der Grafen von Arco stiftete für ihre Kapelle im südlichen Seitenschiff einen neuen Marienaltar aus rotem Sandstein und weißem Marmor. |
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| | Den Entwurf dazu schuf der Münchner Bildhauer Wilhelm Joseph Niessen (1827–1903). Von ihm befindet sich in der Plansammlung des Archivs bereits ein Vorentwurf zum Arco-Altar (Link). Der neu erworbene Plan von 1868 stellt den endgültigen Entwurf dar, der durch rückseitige Unterschriften des Grafen Max von Arco-Zinneberg und des Dompfarrers Nikolaus Weber zur Ausführung freigegeben wurde. Gleichwohl ergaben sich – wie ein Vergleich mit historischen Fotografien zeigt – bei der Realisierung noch kleinere Veränderungen. Der Arco-Altar des Doms wurde bei den Bombenangriffen auf die Münchner Innenstadt 1944–1945 zerstört.
Die Sammlung gedruckter Mirakelbücher in der Diözesanbibliothek wird bereichert durch einen Sammelband, der drei ursprünglich selbständige Drucke aus der Zeit um 1600 umfasst: Den ersten gab Konrad Hirschauer, Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Beyharting, 1605 bei der Offizin von Adam Bertg in München in Auftrag. Er umfasst Berichte über Gebetserhörungen, die sich in den Jahren 1602–1604 an dem vom Stift betreuten Marien-Wallfahrtsort Tuntenhausen ereigneten. |
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| | Vorbesitzer des neu erworbenen Exemplars war u.a. Josef Obermayr, Expositus in Beyharting, nachmals Pfarrer zu Hohenkammer und Verfasser einer Geschichte seiner Heimatpfarrei Gmund am Tegernsee. Die beiden weiteren Mirakelbücher entstanden 1593 und 1606 im Auftrag von Äbten des Zisterzienserklosters Fürstenfeld und beziehen sich auf die vom Kloster betreute bedeutende Wallfahrt zum heiligen Leonhard in Inchenhofen (Bistum Augsburg) und auf die Zeiträume 1588–1592 (Link) bzw. 1599–1605 (Link).
Der Plan und die drei Mirakelbücher werden demnächst in die jeweiligen Bestände von Archiv und Bibliothek eingearbeitet und online zugänglich gemacht. | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
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| Akten-MassenArchivanwärter:innen zum Praktikum im Archiv des Erzbistums | München, 9. Juli 2026. Zehn angehende Archivarinnen und Archivare, die sich derzeit in einem dreijährigen Studiengang an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen, Fachrichtung Archivwesen, befinden, absolvierten vom 8. Juni bis 3. Juli 2026 ein Praktikum im Archiv des Erzbistums München und Freising. Das Praktikum in einem Kirchenarchiv ist – ebenso wie eines in einem kommunalen Archiv – von der Studienordnung vorgesehen, um den angehenden Kolleginnen und Kollegen Einblicke in unterschiedliche Archivsparten zu ermöglichen und so die künftige Zusammenarbeit zu verbessern. Im Rahmen des Praktikums lernten sie die Räumlichkeiten des Archivs in München und Neufahrn bei Freising sowie Aufgaben und Arbeitsweise in einem Diözesanarchiv kennen. Ein Schwerpunkt lag bei den Anwendungsmöglichkeiten der Archivsoftware ACTApro, der digitalen Beständeverwaltung und den Online-Angeboten des Archivs des Erzbistums. Praktisch befassten sich die Archivanwärter:innen vor allem mit der Verzeichnung mehrerer Bestände von massenhaft gleichförmigen Akten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hierfür war je nach Ausgangslage eine angemessene Vorgehensweise zu entwickeln. Von den Akten zu Ehedispensen war ein Teil bereits grob, ein anderer überhaupt nicht erschlossen. Hier galt es, den gesamten Bestand nach einheitlichen Kriterien zu erfassen. Ebenfalls unerschlossen waren Personalakten kirchlicher Beschäftigter, die erstmals zu verzeichnen waren. Zu rund 9.000 Konfirmationsurkunden für Messstiftungen lag dagegen eine detaillierte Auflistung in Form einer Excel-Tabelle vor, die ins Archivprogramm überspielt werden konnte. So waren hier Entmetallisierung, Verpackung und Signierung der Unterlagen die Hauptarbeiten. Insgesamt bearbeitete die Praktikumsgruppe in einem gut organisierten „Workflow“ die imponierende Zahl von 6.393 Verzeichnungseinheiten, was das Archiv zeitweise an die Grenze seiner Platz- und Materialkapazitäten brachte. Die Verzeichnung jüngerer Archivunterlagen hat damit einen merklichen Fortschritt gemacht. Dafür dankte Archiv- und Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Johannes Merz den angehenden Kolleginnen und Kollegen und drückte zugleich die Hoffnung aus, dass ihnen die im Diözesanarchiv gemachten Erfahrungen auf ihrer Berufslaufbahn nützlich sein werden. | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
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| Jenseits heutiger GrenzenAkten zu ehemals Freisinger Pfarreien in Tirol | | München, 6. Juli 2026. Ein Aktenbestand von grenzüberschreitender Bedeutung ist nun im Digitalen Archiv des Erzbistums recherchierbar: Unterlagen zum ehemaligen Tiroler Gebietsanteil des Bistums Freising (Link). Denn bis zur Neuziehung der bayerischen Bistumsgrenzen 1821 umfasste der Freisinger Bistumssprengel jahrhundertelang auch einen kleinen Teil Tirols: das Gebiet nördlich des Inns vom Habach innabwärts bis Zell bei Kufstein - mit den Pfarreien Angath, Breitenbach und Langkampfen. |
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| | Da dieser Bistumsteil in habsburgischem Herrschaftsgebiet lag, erforderte dies vielfach Spezialregelungen, was die Freisinger Geistliche Regierung zu einer separaten Ablage der „Tiroler Akten“ veranlasste. Für diesen Teil der Registratur ist das originale Findbuch von 1814 (Link) enthalten. Bei der Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse in Bayern durch das Konkordat von 1817 war nunmehr die staatlichen Grenzziehung auch für die Bistumsgrenzen maßgeblich (vgl. die Online-Ausstellung „Vom Bistum Freising zum Erzbistum München und Freising“). Die Tiroler Pfarreien wurden 1821 an das nun zuständige Erzbistum Salzburg abgetreten. Ebenso wurden die auf diese Pfarreien bezüglichen Akten großenteils abgegeben. Ein Teil der Tiroler Akten verblieb jedoch in Freising bzw. München, insbesondere Unterlagen zu pfarreiübergreifenden Themen und diejenigen Einzeldokumente, die dem neu gebildeten Selekt-Bestand „Pfarrbeschreibungen“ einverleibt worden waren. Das historische Findbuch sowie die auf einem Teil der Akten noch vorhandenen Altsignaturen ermöglichten es, den etwa zwei Regalmeter umfassenden Bestand wieder in seine ursprüngliche Ordnung zu bringen und so neu zu verzeichnen. Dabei wurde die Gliederung des Aktenrepertoriums vollständig abgebildet, auch wenn einzelne Gliederungspunkte leerblieben, da diese Akten sich heute im Archiv der Erzdiözese Salzburg befinden. Die Digitalisierung und die Online-Stellung der Akten sind geplant. Derzeit können Sie über das Digitale Archiv zur Nutzung in den Lesesaal bestellt werden. Vom Wert dieses Bestandes für die Tiroler Orts- und Kirchengeschichte überzeugte sich kürzlich eine Besuchergruppe des Tiroler Bildungsforums (Link) im Archiv- und Bibliotheksmagazin des Erzbistums in Neufahrn bei Freising. Unter Leitung des Historikers und Archivars Bernhard Mertelseder, der beim Bildungsforum für den Bereich „Chronik & Archivwesen“ zuständig ist, besichtigten Ortschronisten und Gemeindearchivare die eindrucksvollen Magazin-Räumlichkeiten, erhielten einen Einblick in die Arbeitsweise des Diözesanarchivs und konnten anschließend an den bereitgestellten Archivalien forschen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang noch auf zweierlei: · Informationen zu den ehemaligen Tiroler Pfarreien sind bis 1821 selbstverständlich auch in den das gesamte Bistumsgebiet betreffenden Unterlagen der Freisinger Diözesanverwaltung zu finden, vor allem in den Bistums- und Pfarrbeschreibungen, den Visitationsprotokollen sowie in den Pfarrerlisten und Investiturregistern (vgl. Forschungsanleitung „Orts- und Pfarrgeschichte“). · Auch das Salzburger Archivdiakonat Chiemsee und das Bistum Chiemsee umfassten bis 1811 bzw. 1821 sowohl bayerische als auch Tiroler Gebiete. Ihre Überlieferung wird heute – ohne die Unterlagen, die sich auf die einzelnen Pfarreien außerhalb Bayerns beziehen – größtenteils im Archiv des Erzbistums München und Freising verwahrt. So finden sich Informationen zu Tiroler Pfarreien hier u.a. in Visitationsprotokollen. | | [nach oben zum Inhaltsverzeichnis] |
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 | Name: Archiv - Bibliothek Bildnachweis: SMB für Archiv und Bibliothek des Erzbistums |
|  | Name: Julius Kardinal Döpfner bei einer Ansprache in der Katholischen Akademie in Bayern, 1967 Bildnachweis: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising |
|  | Name: Der ausgeführte Arco-Altar. Foto-Postkarte von Georg Pettendorfer, nach 1900 Bildnachweis: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising |
|  | Name: Entwurf zum Arco-Altar des Münchner Doms von Wilhelm Niessen, 1868 Bildnachweis: Galerie Bassenge, Berlin |
|  | Name: Titelseite des Mirakelbuchs der Leonhard-Wallfahrt von Inchenhofen, 1606 Bildnachweis: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising |
|  | Name: Die Archivanwärter:innen und ihre Praktikumsbetreuer, Archivleiter Michael Volpert (rechts) und Dr. Roland Götz (Mitte hinten) Bildnachweis: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising |
|  | Name: Freisinger Diözesangebiet in Tirol. Kolorierte Federzeichnung von J.K. Heydenkampf, 1782 Bildnachweis: Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising |
|  | Name: Tiroler Forscher im Archivdepot Neufahrn Bildnachweis: Tiroler Bildungsforum |
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