Pfarrer i.R. Horst Kreß wurde in einer feierlichen Zeremonie in Weildorf beigesetzt.
Von Sylvia Dumberger
Sein ganzes Leben war Pfarrer i. R. Geistlicher Rat Horst Kreß immer gerne mitten drin unter den Menschen. Nun wurde er mit einem feierlichen Requiem in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, einem anschließenden langen Trauerzug rund um die Kirche und der Beisetzung im Grab seiner Eltern würdevoll verabschiedet. Das Requiem hielt Domkapitular Monsignore Dr. Thomas Frauenlob. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Weildorfer Musikkapelle und des A-Cappella-Chors Weildorf.
Nachdem die Pfarrgemeinde Weildorf bereits am Vorabend eine emotionale Trauerandacht mit Diakon Johann Schmidt für ,,ihren" Pfarrer gefeiert hatte, fanden beim Requiem gar nicht alle Gottesdienstbesucher in der Weildorfer Pfarrkirche Platz. Viele verteilten sich vor dem Gotteshaus auf dem Friedhof und verfolgten den Gottesdienst über Lautsprecher. Zahlreiche Seelsorger aus der Umgebung, Vertreter aus Politik und Vereinen und drei Musikkapellen waren gekommen, um mit seinen Angehörigen dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Bei den Trauerfeierlichkeiten wurde an vielen Stellen die Wertschätzung des Verstorbenen als Seelsorger, aber auch als Mensch deutlich.
Im Altarraum ,,seines" Gotteshauses war der Sarg des verstorbenen Seelsorgers aufgebahrt. Sein Primizkelch, Stola und Messbuch die den Sarg schmückten, erinnerten an seine Lebensaufgabe. Nach dem feierlichen Einzug der geistlichen Vertreter begrüßte Frauenlob die Trauergemeinde. In seiner Predigt zeichnete er ein lebendiges Bild des beliebten Seelsorgers, der sich in vielen Bereichen engagierte. Anschaulich schilderte er die einzelnen Stationen im Leben des Verstorbenen. Besonders hob er dabei sein bestens organisiertes und seelsorglich orientiertes Wirken als Religionslehrer hervor. Seine zweite dominierende Seite im Leben war es, Seelsorger und Priester zu sein. Seine wortgewaltigen Predigten klingen sicher noch in den Ohren vieler. In der regelmäßigen Feier der Eucharistie lud er dazu ein, Christus selbst aufzunehmen, um die Gemeinschaft mit Christus zu spüren, zu bewahren und daraus zu leben. Durch seinen Tod im Sonnenaufgang des Fronleichnamstages, der wie ein Siegel auf sein Wirken als Priester und Seelsorger ist, ist er zurückgekehrt in das Haus des Vaters. Jetzt kann er die Fülle dessen genießen, was er ein Leben lang verkündet hat, schloss Frauenlob.
Das Requiem wurde als St. Bonifazius-Messe von Markus Wittal gehalten. Als Zelebranten fungierten neben Monsignore Frauenlob Kolping-Diözesanpräses Domvikar Christoph Wittmann, Erzabt Korbinian Birnbacher OSB, Pfarrer Martin Klein und Diakon Johann Schmidt.
Bläser der Musikkapelle Weildorf, Orgel und der A Cappella-Chor Weildorf umrahmten den Gottesdienst musikalisch. Das Gabengebet sprachen die Geistlichen gemeinsam. Nach dem Schlussgebet folgten die Traueransprachen.
Das Wirken des Verstorbenen in der Pfarrei Weildorf fasste die Pfarrgemeinderatsvorsitzende, Margarete Haimbuchner zusammen. Fast 40 Jahre war er Wegbegleiter für Groß und Klein in schönen und schweren Stunden. Er setzte sich mit großem Engagement für den Bau des Weildorfer Kindergartens ein. Am Herzen lag ihm die Unterstützung und harmonische Zusammenarbeit mit Kindergarten, Grundschule und Vereinen. Eine Mitgliedschaft in allen Ortsvereinen war für ihn selbstverständlich. Auch vielen anderen Vereinen stand er als Priester und Wegbegleiter stets zur Seite. Feierliche oder auch fröhliche musikalische Kirchengestaltung schätzte Pfarrer Kreß sehr und die Pfarrgemeinde wird seine kräftige Singstimme lange in Erinnerung behalten.
Kolping-Landespräses Domvikar Christoph Wittmann blickte in seinem Nachruf auf die großen Verdienste des Verstorbenen im Kolpingswerk zurück. Er beschrieb sein Leben mit dem Leitwort Adolph Kolpings ,,Wer Mut zeigt, macht Mut". Horst Kreß beeinflusste weit über 40 Jahre als Präses mit unermüdlichem Einsatz, tiefer Liebe und Humor das Kolpingswerk im Berchtesgadener Land positiv. Das Zitat eines zweiten tröstenden Wortes Adolph Kolpings ,,Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges" gibt die Zuversicht, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und der Verstorbene nur ins Licht der Auferstehung vorausgegangen ist.
Bürgermeister Thomas Gasser sprach Worte des Abschiedes im Namen des Marktgemeinderats und der ganzen Schulfamilie. Er erinnerte sich an viele verschiedene Begegnungen mit dem Verstorbenen. Erste Aktivitäten mit ihm hatte er schon in der Jugendzeit. Später folgten viele gemeinsame Erlebnisse und Veranstaltungen, denn Pfarrer und Bürgermeister kümmern sich um dieselben Menschen. Er zeigte sich davon überzeugt, dass nach Aufarbeitung der Trauer die Dankbarkeit für gemeinsame Erlebnisse bleibt.
Benedikt Willberger bedankte sich im Namen der Vereine dafür, dass Pfarrer Kreß mit seinen guten Ratschlägen und seiner Offenheit das Vereinsleben maßgeblich prägte. Er führte den Terminplan für Veranstaltungen ein, gestaltete die jährlichen Gottesdienste zu den Jahrtagen und Jubiläumsfeste stets mit Freude und hatte für die Belange der Weildorfer Vereine immer ein offenes Ohr. Für die Unterstützung sagten alle Vereine bei ,,ihrem" Pfarrer ein herzliches ,,Vergelt's Gott".
Nach der Aussegnung begleiteten die Trauergäste den Verstorbenen auf seinem letzten Weg rund um seine langjährige Wirkungsstätte in einem langen Trauerzug. Angeführt vom Kreuzträger und der Musikkapelle Teisendorf folgten viele Fahnenabordnungen, die Ministranten, die kirchlichen Vertreter, der Sarg, die Angehörigen und schließlich die Vereinsmitglieder und Trauergäste. Die Böllerschützen der Hubertusgilde begleiteten den Zug mit Salutschüssen. Den Einzug in den Friedhof umrahmte die Blaskapelle Kirchanschöring musikalisch. Am Friedhof boten die Fahnenabordnungen neben der Grabstätte ein beeindruckendes Bild. Jede der drei Musikkapellen spielte ein Instrumentalstück und nach der Beisetzung stimmte der Chor Kirchanschöring noch ein Lied an. Dann setzte ein stürmischer Regenguss der Verabschiedung auf dem Friedhof ein abruptes Ende. Im Grab seiner Eltern fand Pfarrer Kreß seine letzte Ruhe.