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Maria Himmelfahrt, Allach - Sankt Martin, Untermenzing

  

1901 – 2026: 125 Jahre Mariensäule in Allach

Heuer jährt sich zum 125. Mal die Errichtung der Mariensäule in Allach. Dieses Jubiläum begehen wir im Rahmen der Fronleichnamsprozession am Donnerstag, den 4. Juni 2026.

Im Jahr 1901, so schrieb Hans Zimmermann, Kunstmaler und Allacher Heimatforscher, interessierte sich der „Ortsverschönerungsverein Allach“ in Verbindung mit dem damals für Allach zuständigen Geistlichen, Herrn Expositus Heinrich Dürscherl, für die Aufstellung einer Mariensäule. Nach Einholung einer „Projektskizze samt Kostenberechnung“ bei der „Aktiengesellschaft für Marmorindustrie Kiefer“ in Kiefersfelden wurde der Auftrag erteilt. Bald konnte die Fertigstellung der Sockel- und Stufenteileaaus „Untersberger Hofbruchmarmor“asowie des Säulenschaftesaaus „Breche Kiefer Marmor, poliert“ vermeldet werden. Die Madonna mit dem Kind wurde in Geislingen in „Galvanobronze“ gegossen und „echt doppelt blattvergoldet“. Die Rechnung für „die vollzogenen Arbeiten“ betrug damals 3.000 Mark.

Aufgestellt wurde die Mariensäule auf dem freien Platz, an dem die „Moosstraße“ (heute Kleselstraße) in die „Ortsstraße“ (heute Eversbuschstraße) einmündet. Dazu heißt es in den damaligen Aufzeichnungen: „An Stelle der im heurigen Jahre hauptsächlich zu solchem Zwecke abgebrochenen Gemeindeschmiede ist geplant, eine Mariensäule mit Umzäunung zu errichten … Eine Beeinträchtigung des Verkehrs würde hierdurch in keiner Weise herbeigeführt, da auf der Westseite der Säule noch genügend Raum vorhanden ist, so daß etwa sich begegnende Fahrzeuge entsprechend ausweichen könnten.“ Diesem Schreiben war eine vom Allacher Bürgermeister Berner unterzeichnete Einverständniserklärung beigefügt.
So wurde die Mariensäule da aufgestellt und am Hochfest Maria Himmelfahrt, am 15. August 1901 feierlich eingeweiht.

Die ursprüngliche Feststellung, dass der Verkehr in der Ortsstraße durch die Mariensäule nicht beeinträchtigt werde, erwies sich allerdings nur für verhältnismäßig kurze Zeit als zutreffend. Die „Fuhrwerke“ wurden zwar weniger – dafür nahm die Zahl der Autos stetig zu. So entschloss man sich um das Jahr 1935, den Standort zu verlegen. Seitdem steht die Mariensäule vor dem damaligen Kindergarten (1927 eröffnet) – dem heutigen Vereinsheim (seit 1981) – an der Eversbuschstraße bei der Einmündung Ludwigsfelder
Straße.

Auch heute ist die Mariensäule in das Leben unserer Pfarrgemeinde eingebunden: Nicht nur jedes Jahr bei der Fronleichnamsprozession (mit einer Station sowie Fürbitten und Segensgebet für unsere Gemeinde), sondern auch bei der alljährlichen Lichterprozession im Mai (in diesem Jahr am Donnerstag, 21. Mai 2026, um 21.30 Uhr), an der auch die Allacher Vereine mit ihren Fahnen teilnehmen. Das
100-jährige Jubiläum wurde vor 25 Jahren bei der Lichterprozession am 17. Mai 2001 besonders bedacht.

Der Standort der Mariensäule ist inzwischen zu einer stark befahrenen Kreuzung geworden. Zahlreiche Schulkinder gehen hier vorbei, und täglich fahren hunderte Fahrzeuge – Berufspendler, Linienbusse, Last- und Lieferwagen, Durchreisende sowie Fahrradfahrende – an der Mariensäule vorbei. Wie Hans Zimmermann damals schrieb: „ Maria schaut herunter auf uns, die wir meistens in der Hektik unserer Zeit, ohne sie zu sehen oder zu grüßen, an ihr vorüber eilen.“

Nehmen wir dieses Jubiläum zum Anlass, uns von der Mariensäule inmitten unserer Gemeinde einladen zu lassen, immer wieder einmal aufzublicken zu Maria. Denn sie zeigt uns ihren Sohn Jesus Christus, der für uns Licht und Orientierung sein will auf all unseren Wegen. Er begleitet uns und weist uns das Ziel unserer irdischen Wanderschaft – und dieses Ziel ist Gott.

Aktualisiert vom Artikel des ehemaligen Pfarrers Johann Schönhuber zum 100. Jubiläum der Mariensäule Allach im Jahre 2001– mit Dank an Josef Tausch für die Initiative und das Archivmaterial