15 Jahre "Interreligiöser Dialog Allach-Untermenzing“
„Jeder soll, von da wo er ist, einen Schritt näherkommen.“
Dieser Satz aus einer Geschichte von Navid Kermani beschreibt, worum es beim Interreligiösen Dialog geht: Wissen, woher man kommt - aufeinander zugehen - zuhören - fragen - und erzählen!
Der Allacher-Untermenzinger Dialog zwischen Muslimen und Christen ist inzwischen mehr als ein lieb gewordenes Ritual! Seit 15 Jahren begegnen wir einander, schenken uns gegenseitig Aufmerksamkeit und Interesse, und das Verbindende steht im Mittelpunkt! Es gibt gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Handeln.
Im Stadtbezirk 23, Allach-Untermenzing leben knapp 37.000 Menschen, davon haben rund 16.000 Menschen einen sog. Migrationshintergrund aus 34 verschiedenen Nationen.
In Zeiten, in denen die kulturelle und religiöse Vielfalt in unserem Lande angegriffen wird, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit dramatisch zunehmen und demokratiefeindliche Kräfte die Gesellschaft spalten, sind Diskursräume, die ganz unterschiedliche Menschen einbeziehen, sowie Teilhabe und Sichtbarkeit fördern, von unschätzbarem Wert. Die zunehmende Säkularisierung und Entsolidarisierung in unserer Gesellschaft zeigt, wie wichtig es ist miteinander zu reden, gemeinsam zu handeln und Haltung zu zeigen!
Interreligiöse Lernprozesse bringen Menschen mit ihren Geschichten und Glaubenserfahrungen zusammen, um über die großen Fragen des Lebens nachzudenken.
Die Träger des Interreligiösen Dialogs,
· der Türkisch-Islamischer Verein Allach München e.V.,
· die Evangelisch-lutherische Epiphaniaskirche
· und die katholische Pfarreiengemeinschaft Allach-Untermenzing,
wollen mit diesen Gesprächen eine Kultur der Verständigung vertiefen und dazu beitragen, dass wir in Allach-Untermenzing ein Gemeinwesen weiterentwickeln, das geprägt ist vom Respekt und der Achtung vor anderen religiösen und kulturellen Traditionen.
Am 15. November ab 15:00 Uhr, im Pfarrheim von Maria Himmelfahrt, Franz-Nißl-Str. 61, 80999 Allach-München, wollen wir unser Jubiläum mit Mahbuba Maqsoodi begehen.
Die aus Afghanistan stammende und seit 1994 im Exil in München lebende Künstlerin erlangte insbesondere durch ihren monumentalen Fensterzyklus in der Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey aus dem Jahr 2021 große Bekanntheit.
Als Muslima gestaltet sie Kirchenfenster – aber daraus einen Gegensatz zu konstruieren, ist ihr zu einfach. "Das passt wunderbar zusammen“!
Neben einen tiefen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen wird Mahbuba Maqsoodi aus ihrem autobiografischen Roman: „Der Tropfen weiß nichts vom Meer: Eine Geschichte von Liebe, Kraft und Freiheit. Mein afghanisches Herz“, lesen.
Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Religion werden anwesend sein.
©Foto, Igor Horst, Atelier Maqsoodi