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Maria Himmelfahrt, Allach - Sankt Martin, Untermenzing

  

Goldener Oktober Oktober 2026

Ich freue mich jeden Herbst über die Ahornbäume um unsere Kirche. Das leuchtende Farbspiel von rot und goldgelb, dazu der blaue Herbsthimmel an einem ruhigen Sonnentag lassen mir das Herz aufgehen.

Freilich kann man den Herbst auch ganz anders betrachten: die viele Arbeit mit dem Laub, trübe Nebeltage und feuchtkaltes Wetter lassen nur die Hoffnung, dass er schnell wieder vorbei ist.

Eigenlich kann man fast alles von zwei Seiten betrachten.
Aber ich habe den Eindruck, dass wir Menschen uns mit der negativen Seite besonders gerne beschäftigen. Zumindest findet man beim Jammern, Kritisieren und Schimpen sehr schnell Leute, die mitjammern, mitkritisieren und vor allem mitschimpfen. Schließlich gibt derzeit unglaublich viele Gründe zum Schimpfen: Über die Bahn, die Benzinpreise, die Politiker, die Bischöfe; über Trump, Putin und die allgemeine Weltlage; über die Generation Z, das Wetter…

Das mag ja alles stimmen. Aber es hilft uns nicht.

Für die Theologen im Mittelalter war die Schönheit nicht nur eine äußerliche Eigenschaft der Dinge, sondern eher wie ein Fenster, das ins Innere dieser Welt blicken lässt: Im Kern ist diese Welt von Gott erdacht, geschaffen und gehalten. Ihre Schönheit spiegelt Gottes lebensschaffenden Geist wieder und so kann die Schönheit unseren Geist beruhigen, wenn er gerade wieder dabei ist, sich über irgendetwas sinnlos aufzuregen.

Ich weiß ja nicht, ob es tatsächlich ein goldener Oktober wird. Vieleicht wird er ja auch verregnet oder trüb und neblig. Aber bei genauerem  Hinsehen kann man auch an einem Nebeltag so viel Goldenes finden: In der Natur, aber auch in den Menschen um uns herum. Es tut gut, wenn wir das Staunen darüber wieder entdecken. 

Ich wünsche Ihnen einen goldenen Oktober und die richtigen Augen dafür,

Ihr Pfarrer Martin Joseph
Joseph, Martin, Pfarrer