Mit einem festlichen Kirchweihgottesdienst feierte die Pfarrgemeinde St. Michael Großhöhenrain am Sonntag Kirta. Im Rahmen des Gottesdienstes gab es auch eine besondere Ehrung: Seit 25 Jahren kommt Pater Georg aus Indien nach Großhöhenrain, um während der Urlaubszeit die Seelsorge in der Pfarrei zu übernehmen.
Bereits beim feierlichen Einzug von Pater Georg, Pastoralreferentin Monika Langer und den Ministranten erfüllten festliche, barocke Bläserklänge die voll besetzte Pfarrkirche. Die musikalische Gestaltung des Kirchweihgottesdienstes übernahmen Bläser und Orgel aus der Verwandtschaft Meixner-Lusky, die dem Festgottesdienst einen besonders feierlichen Rahmen verliehen.
Am Ende des Gottesdienstes ergriff Pfarrgemeinderatsvorsitzender Andreas Messerer das Wort, um Pater Georg für seine langjährige Verbundenheit mit der Pfarrei zu danken. Seit einem Vierteljahrhundert kommt der indische Geistliche nahezu jeden Sommer nach Großhöhenrain, um die Urlaubsvertretung für den jeweiligen Pfarrer zu übernehmen. Als besonderes Geschenk überreichte ihm Messerer eine alte Pfarrverbandskerze aus der Anfangszeit des ursprünglichen Pfarrverbandes Höhenrain-Kirchdorf. Sie stammt noch aus jener Zeit, als Pater Georg erstmals zur Urlaubsvertretung nach Höhenrain kam, und ist damit ein schönes Erinnerungsstück an die vielen gemeinsamen Jahre. Dazu gab es, ganz der Kirchweihtradition entsprechend, noch etwas Kirtabier.
Sichtlich erfreut bedankte sich Pater Georg für die Ehrung und blickte auf seine lange Zeit in Großhöhenrain zurück. Als er vor 25 Jahren zum ersten Mal nach Höhenrain kam, war er gerade einmal fünf Jahre Priester. Damals lebte er noch in Rom und hatte vor seinem ersten Aufenthalt lediglich einen zweiwöchigen Deutschkurs in einem Kloster besucht. An seine anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten erinnerte er sich mit einem Schmunzeln: „Ich habe Euch nicht verstanden, denn ihr habt bayrisch gesprochen.“
Seit 2006 lebt Pater Georg wieder in seiner indischen Heimat, doch seine regelmäßigen Besuche in Großhöhenrain setzte er fort. In den vergangenen 25 Jahren erlebte er verschiedene Pfarrer, lernte viele Menschen kennen und knüpfte zahlreiche Freundschaften. Seine Deutschkenntnisse haben sich inzwischen längst verbessert. Doch auch wenn man sich sprachlich nicht immer vollkommen verstehe, so Pater Georg, verstehe man sich mit Liebe und Verbundenheit.
Seine persönlichen Worte und die Erinnerungen an die vielen gemeinsamen Jahre wurden von den Gottesdienstbesuchern mit lang anhaltendem, dankbarem Applaus aufgenommen. Es wurde deutlich, wie sehr der Geistliche aus Indien in all den Jahren zu einem vertrauten und geschätzten Teil der Höhenrainer Pfarrgemeinde geworden ist.
Mit dem feierlichen Te Deum und einem weiteren festlichen Bläserstück fand der Kirchweihgottesdienst einen würdigen Abschluss. Am Kirchweihmontag wird Pater Georg noch einmal in Großhöhenrain den Gottesdienst feiern, bevor seine diesjährige Urlaubsvertretung zu Ende geht und er wieder in seine indische Heimat zurückkehrt.