Pfarrverband Milbertshofen

St. Georg, Milbertshofener Platz 2, 80809 München, Tel. (089) 35 72 70-0, st-georg.milbertshofen@ebmuc.de
St. Lantpert, Torquato-Tasso-Str. 40, 80807 München, Tel. (089) 35 811 91-0, st-lantpert.muenchen@ebmuc.de
Wenn Nächstenliebe nach Grillkohle duftet

Manchmal braucht es keine Tagesordnung. Kein Protokoll. Keine aufwendige Besprechung. Manchmal reicht ein lauer Sommerabend, ein heißer Grill und Menschen, die gerne zusammenkommen.
Genau so war es bei unserem letzten Austauschtreffen der Sozialpaten. Statt Gruppenraum gab es Grillrost, statt Sitzungsatmosphäre gute Gespräche, Lachen und Zeit füreinander. Zwischen Salaten, Würstchen und Grillgemüse wurde erzählt, zugehört und spürbar, was die Sozialpaten ausmacht: Menschen, die sich füreinander interessieren.
Denn genau darum geht es bei den Sozialpaten. Sie sind nicht einfach ein gut gemeintes Angebot oder putziges Sozialprojekt unserer Pfarrverbands, sie zeigen auf ihre Weise, was Kirche mitten im Stadtteil bedeuten kann: Menschen aus der Nachbarschaft für die Nachbarschaft.
Manche engagieren sich seit vielen Jahren in der Gemeinde, andere kommen von „draußen“ und haben mit Kirche im Alltag kaum Berührung. Was sie verbindet, ist weder ein gemeinsamer Lebenslauf noch dieselbe Meinung, sondern die Überzeugung, dass ein Stadtteil gewinnt, wenn Menschen füreinander da sind.
Gerade in Milbertshofen leben so viele unterschiedliche Lebensgeschichten Tür an Tür. Familien, die neu angekommen sind. Ältere Menschen, deren Kinder weit weg wohnen. Menschen, die Unterstützung brauchen, und andere, die Zeit, Erfahrung oder einfach ein offenes Ohr schenken können. Oft sind es keine großen Heldentaten, die den Unterschied machen. Ein gemeinsamer Einkauf. Eine Begleitung zum Arzt. Hilfe beim Ausfüllen eines Formulars. Ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee. Aus kleinen Gesten wächst Vertrauen – und aus Vertrauen entsteht Nachbarschaft.
Als Sozialpaten möchten wir deshalb nicht nur auf das schauen, was innerhalb unserer Kirchenmauern geschieht. Unser Blick gilt dem ganzen Sozialraum: dorthin, wo Menschen leben, wo Begegnungen entstehen und wo manchmal schon ein wenig Aufmerksamkeit genügt, damit niemand übersehen wird.
Denn was Kirche ausmacht, zeigt sich ja nicht nur im Gottesdienst, sondern auch dort, wo Menschen einander ganz praktisch beistehen. Vielleicht wird gerade dort etwas vom Evangelium lebendig: wenn einer den anderen wahrnimmt, wenn Nähe stärker ist als Gleichgültigkeit und wenn Gottes Liebe nicht nur verkündet, sondern erfahrbar wird – mitten im Alltag, in seinem Namen und „mitten unter ihnen.“ (Mt. 18,20).
Unser Grillabend hat das auf schöne Weise sichtbar gemacht. Gemeinschaft entsteht nicht erst, wenn Hilfe gebraucht wird. Sie wächst schon vorher – beim Kennenlernen, beim gemeinsamen Essen, beim Lachen und Erzählen. Wer miteinander Zeit verbringt, kann später auch füreinander da sein.
Falls Sie Lust haben mitzumachen: Die Sozialpaten freuen sich immer über Menschen, die ihre Nachbarschaft ein kleines Stück menschlicher machen möchten. Dafür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse – nur ein offenes Herz und die Freude daran, anderen zu begegnen.


2026 03 10 Home instead

Sozialpaten in der Stadtbibliothek

Am Dienstag, den 10. März, waren wir gemeinsam mit dem ASZ Milbertshofen und Home Instead in der Stadtbibliothek Milbertshofen präsent, um unsere Angebote vorzustellen und mit Besucherinnen und Besuchern aus dem Viertel ins Gespräch zu kommen.
 
Das ASZ Milbertshofen in der Schleißheimer Straße ist ein zentraler Begegnungs- und Beratungsort im Stadtteil, der in vielen Lebenslagen unterstützt und Gemeinschaft fördert.
Home Instead ist ein ambulanter Betreuungs- und Unterstützungsdienst, der Menschen mit Alltags- und Betreuungsbedarf hilft, ihren Alltag zuhause lebenswert und selbstbestimmt zu gestalten.

Uns ging es an diesem Nachmittag darum, sichtbar zu machen, welche Hilfen es direkt vor Ort gibt — und dafür zu begeistern, selbst Teil dieser Unterstützungskultur zu werden.
 
Unsere Sozialpatinnen und Sozialpaten beispielsweise schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Mitmenschlichkeit. Sie begleiten, hören zu, helfen im Alltag und sind da, wenn jemand allein nicht weiterkommt. Sie übernehmen keine professionellen Aufgaben, sondern etwas zutiefst Menschliches: füreinander da zu sein.
Die meisten sind in unseren Pfarrgemeinden verwurzelt, einige engagieren sich darüber hinaus aus dem Stadtteil heraus. Was sie verbindet, ist nicht Herkunft oder Hintergrund, sondern eine gemeinsame Überzeugung.
Sozialpatenschaften sind gelebte Nächstenliebe — konkret und direkt vor unserer Haustür.
Sie stärken das, was ein Gemeinwesen trägt: Verantwortung füreinander zu übernehmen — unabhängig von professionellen Dienstleistern und institutionellen Strukturen.
 
Gerade in einem großen Stadtteil wie Milbertshofen gibt es viele, die Unterstützung brauchen. Oft bleibt das unsichtbar. Oft fehlt die Kraft oder der Mut, Hilfe zu organisieren. Genau hier entfaltet sich ihr Engagement — leise, persönlich und wirkungsvoll.
 
Das ist christliches Handeln im Alltag. Glaube, der spürbar wird. Verantwortung, die verbindet. Zuwendung, die ankommt.
 
Wenn dabei viele mitmachen, kann daraus echte Veränderung entstehen — für unseren Stadtteil und für alle, die hier leben.
 
Das Motto der Sozialpaten: Tu Gutes – und dir wird Gutes begegnen.
  
Marcel Petzold
Referent für Sozialraumorientierung


Ein weiteres Jahr Sozialpaten: Zeit schenken, Hoffnung teilen

Wieder ist ein Jahr vergangen – und wir sind dankbar, wie viel in dieser Zeit durch unsere Sozialpatinnen und Sozialpaten möglich wurde. Dort, wo „Not am Mann oder an der Frau“ war, haben sie ganz praktisch geholfen: mit einem offenen Ohr, mit Begleitung, mit kleinen Hilfen im Alltag – und oft genau dann, wenn es für Betroffene besonders schwer war, alleine weiterzukommen.
 
Letzten Dienstag kamen die Sozialpaten zum Jahresabschluss noch einmal zusammen: zu einer kurzen Andacht und anschließend zu einem schönen Weihnachtsessen. Es war ein Abend voller Gemeinschaft, Dankbarkeit und dem Gefühl: Wir sind nicht allein unterwegs – und das, was wir tun, zählt.
 
Was machen Sozialpaten eigentlich?
 
Sozialpaten helfen unkompliziert und menschlich – je nach Möglichkeit und Bedarf, zum Beispiel:
  •  begleiten zu Terminen oder unterstützen beim „Papierkram“, 
  •  helfen beim Sortieren, Anrufen, Organisieren,
  •  ein schneller Einkauf hier und da,
  •  sind da, hören zu, geben Orientierung
  •  vermitteln bei Bedarf weiter an passende Stellen
 
Es geht nicht darum, „alles zu können“, sondern verlässlich da zu sein – mit Zeit, Aufmerksamkeit und einem guten Herzen.
 
Lust, mitzumachen?
 
Wir freuen uns über Menschen, die sich als Sozialpaten engagieren möchten – ob mit viel oder wenig Zeit. Wer Interesse hat oder erst einmal unverbindlich fragen möchte, kann sich jederzeit im Pfarrbüro melden. 
 
Danke an alle, die in diesem Jahr mitgetragen, mitgeholfen und mitgebetet haben. Und: Herzlich willkommen an alle, die neu dazukommen wollen!
Sozialpaten