Brief unseres Erzbischofs zur Fastenzeit 2026
Enzyklika des Papstes zu KI
In unseren Gottesdiensten am Ersten Sonntag der Österlichen Bußzeit wurde der Fastenhirtenbrief unseres Erzbischofs Reinhard Marx verlesen.
Wir empfehlen Ihnen, diesen Brief zu lesen, Kernaussagen dankbar anzunehmen und sich damit führen lassen aus das große Osterfest zu!
Hier geht es zum bischöflichen Schreiben!
Sie ist bemerkenswert und wichtig! Als Robert Francis Prevost sich den Namen Leo XIV. gab, stellte er sich in die Nach-
folge des letzten Leo, der als "Arbeiterpapst" bekannt wurde. Der dreizehnte Leo wirkte zu einer Zeit, als die Industrialisierung das Leben der Menschen von Grund auf revolutionierte – und zwar zunächst nicht nur zum Guten. Dass der neue Leo, geboren in den Tech-freundlichen USA, in seiner ersten Ansprache vor den Kar-
dinälen die Gefahren der Künstlichen Intelligenz nannte, war bemerkenswert.
Als wären Putin, Trump, Klimakrise und wankende Demokratien nicht schon genug: Ähnlich große, wenn nicht noch größere Umwälzungen wie in der In-
dustrialisierung drohen uns durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Genau wie einst stellen sich heute Fragen von Gerechtigkeit und Menschenwürde. Viele Menschen werden durch KI ihre Arbeit verlieren – wovon werden sie künftig leben? Die Technologie frisst Unmengen unserer Ressourcen, wird Fragen von Klimaschutz und Energieverbrauch verschärfen.
Das allein ist Grund genug, dass sich die Kirchen einmischen. Noch wichtiger ist dies aber auch deshalb, weil KI in der Lage ist, unser menschliches Miteinander auf den Kopf zu stellen. Das hat eine zutiefst spirituelle und religiöse Dimension.
Meta-Chef Mark Zuckerberg verkauft Chatbots als Instrumente gegen Einsamkeit. Big Tech macht auch aus seelischer Not ein Geschäft. ChatBots haben Menschen schon in den Suizid getrieben. Und in den USA gibt es Firmen, die für trauernde Hinterbliebene einen Verstorbenen via KI wieder zum Leben zu erwecken. Schauderhaft eindrucksvoll zeigt das der Dokumentarfilm "Eternal You". Der Tod scheint überwunden, Maschinen werden Gott. Es ist die Monetarisierung von Trauer und Einsamkeit, mit den verheerenden psychologischen Folgen aber lassen die Konzerne die Menschen allein. Wenn sich deshalb eine weltweit aner-
kannte Figur wie Papst Leo XIV. für einen verantwortungsvollen Einsatz dieser Technologie einsetzt, ist dies in seiner Signalwirkung nicht zu unterschätzen. Annette Zoch Redakteurin der SZ
Die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XVI wurde gespannt erwartet. Das jetzt veröffentlichte Dokument warnt vor einem unkritischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Papst Leo XIV. fordert in seiner ersten Enzyklika wertebasierte Regeln und ge-
sellschaftliche Kontrolle beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) . In dem am Pfingstmontag im Vatikan vorgestellten Lehrschreiben „Magnifica humanitas“ betont er, die Menschheit stehe im digitalen Zeit-alter an einer epochalen Weg-
scheide.
Aus Sicht des Papstes droht aktuell „die Gefahr, dass die Welt un-menschlich und ungerechter wird“. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik hätten die Welt rasch und tiefgreifend verändert. Zwar sei Technik an sich nicht menschen-
feindlich; sie habe zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensbedingungen beigetragen. Zugleich habe „jede Phase des Fortschritts auch die Ambivalenz von Werkzeugen offenbart, die in der Lage sind, Schaden anzurichten, wenn sie nicht auf das Gute ausgerichtet sind.“
Heute durchwirke die „Macht und Omnipräsenz neuer Technologien die Struktur des täglichen Lebens“, präge Entscheidungsprozesse und die kollektive Vor-
stellungswelt. Angesichts dieser Macht sei es „notwendig, angemessene Regu-
lierungsinstrumente einzuführen, die in der Lage sind, die Gerechtigkeit zu schützen und die verzerrenden Auswirkungen von technologischer Macht einzu-
dämmen“. Weil global agierende Kon-erne „über Ressourcen und Handlungs-
möglichkeiten verfügen, die denen vieler Regierungen überlegen sind“, seien diese Entwicklungen nur schwer zu steuern und auf das Gemeinwohl auszurichten.
KI sei nicht neutral, weil sie „die Züge derer annimmt, die sie konzipieren, finan-
zieren, regulieren und nutzen“. Der Papst ruft daher Christen und Nichtchristen zu Widerspruch auf gegen eine „Einförmigkeit, die Unterschiede nivelliert; den An-
spruch einer einzigen – auch digitalen – Sprache, die in der Lage ist, alles, sogar das Geheimnis der Person, in Daten und Leistung zu übersetzen“.
Weiter schreibt Leo: „In der Zeit der Künstlichen Intelligenz, in der die Menschen-
würde aufgrund neuer Formen von Entmenschlichung in den Hintergrund zu treten droht, haben wir die dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben.“
Leo XIV. verteidigt das Recht der Kirche und anderer Glaubensgemein-schaften, sich politisch einzumischen und „ihre Stimme zu erheben, wenn die Würde der Brüder und Schwestern entstellt wird, wenn die Politik den Dramen der Mensch-
heit nicht gerecht wird, wenn sich die Wirtschaft gegen den Menschen wendet oder die Wissenschaft die Grenzen ihrer Methode überschreitet“. Eine Zusammenfassung der KNA