In den Jahren 2023 und 2024 errichteten Bernhard und Gabriele Schex an der Zufahrt zu ihrem Anwesen in Westach (Westach 5) eine private Marienkapelle. Die vom (Spät-)Barock und Rokoko inspirierte Kapelle versteht sich als „Dank-Kapelle“ – beide Bauherren feierten 2024 ihren 50. Geburtstag – und soll ein Ort der Ruhe, Erholung und Andacht sein, sowohl für die Familie als auch für Besucher. Die Kapelle ist tagsüber für jedermann geöffnet.
Namensgeberin ist die Ortschaft Westach, die im Jahr 1284 erstmals urkundlich erwähnt wurde und Stammsitz des Adelsgeschlechtes der Westacher war. Deren Wappen ziert den Eingang der Kapelle.
Im Zentrum des Altarraums steht ein Altartisch aus dem 18. Jahrhundert, vollplastisch geschnitzt mit Gold- und Silberfassung. Der Altar befand sich zuvor im Besitz eines Antiquitätenhändlers aus Chieming, der ihn als Unterbau für sein Schnapsschränkchen nutzte. Nun wird er wieder seiner ursprünglichen sakralen Bestimmung zugeführt.
Darüber thront eine geschnitzte Marienfigur mit dem Jesuskind, das eine blaue Kugel – Symbol für Erde, Kosmos und Vollkommenheit – in Händen hält.
Den Altarraum flankieren:
- Erzengel Gabriel – eine Schnitzerei aus dem Grödnertal, mit Lilie als Attribut, sein Zeigefinger weist nach oben zu einem Deckengemälde mit der Darstellung des Heiligen Geistes als Taube (gemalt von Kirchenmalermeister Robert Grundler aus Isen).
- Hl. Bernhard von Siena – Pestkrankenpfleger, Friedensstifter und Prediger.
- Ein Ölgemälde der Verkündigung (um 1630) sowie ein Holzrelief der Speisung der Fünftausend, das einst Teil des Hochaltars einer 1961 abgerissenen Kirche im Saarland war.
Ein handgeschmiedetes Gitter trennt den Altar- vom Besucherraum. Seine zwölf Verzierungen sind den Ornamenten des Gitters hinter den Chorstühlen der Isener Pfarrkirche St. Zeno nachempfunden und erinnern an die zwölf Apostel.
Im Besucherraum befinden sich ein gusseisernes Wegkreuz aus dem Bayerischen Wald (Anfang 20. Jh.) sowie Gedenktafeln für die verstorbenen Angehörigen der Erbauerfamilien. Die Eichenholzbänke stammen aus einer profanierten Münchner Kapelle und wurden aufwendig restauriert und eingekürzt.