Mit dem Palmbuschenbinden am Freitag begannen in der Pfarrei St. Korbinian die Vorbereitungen auf den großen Festtag. Fleißige Helfer und Angehörige vom Pfarrgemeinderat versammelten sich im Pfarrsaal um liebevoll Buschen mit Palmkätzchen, Zedern und Buchs zu binden, die am Palmsonntag gegen eine kleine Spende vor dem Gottesdienst angeboten wurden. Durch die großzügigen Spenden der Gläubigen konnte ein Erlös von 350 Euro erzielt werden, der für bedürftige Familien und Schulkinder aus unserer Region verwendet wird.
Trotz leichtem Nieselregen und des frühen Beginns um 8.30 Uhr hatten sich zahlreiche Gläubige sowie viele Familien mit ihren Kindern im Atrium versammelt, als Kaplan Thomas Baluka mit dem Altardienst und Wortgottesdienstleiter Hagen Achtert den Gottesdienst eröffnete. Nach dem Verlesen des Evangeliums segnete der Kaplan die Palmzweige und -buschen der Gläubigen. Weiters erwähnte er, dass mit dem Palmsonntag die Heilige Woche beginnt, in der wir das Leiden und das Auferstehen Jesus miterleben und mitgehen wollen, symbolisch vom Kirchenvorplatz in die Kirche, wie Jesus damals in Jerusalem. Zusammen mit der Pfarrgemeinde zogen in einer kleinen Prozession Kaplan Baluka mit den Ministranten, gefolgt von vier Erwachsenen, die einen kleinen geschmückten Esel auf dem Jesus saß zum Altar trugen in die Pfarrkirche ein, wo sie mit Orgelklängen, vorgetragen von Maria Lindner empfangen wurden.
Im Anschluss wurde die Passionserzählung von Kaplan Baluka, Markus Roßkopf und Peter Klein vorgelesen..
In der Predigt bemerkte Kaplan Baluka eingangs, dass auf vielen Kreuzen in unseren Kirchen ein Schild zu finden ist auf dem steht; „Jesus von Nazareth, König der Juden“ Dies war aber damals nicht als Ehrerbietung zu verstehen, sondern vielmehr als Hohn. Ein König lässt sich nicht an das Kreuz hängen. Aber Jesus nimmt mit seiner Bereitschaft zum Tod am Kreuz das Leiden für uns auf sich. Jesus trotzdem zum König zu erklären, erfordert Durchhaltevermögen. Gott hat uns die Sprache gegeben, um ihn zu verkünden und ihn zu loben. Gott öffnet uns die Ohren, um sein Wort zu hören, damit es in unserem Herzen wohnen kann. Die Passionswoche soll uns wieder die Frage aufwerfen, ob ich bis zum letzten Moment, auch wenn ich Schmach und Schläge ertragen muss, Jesus als König sehe und nicht „Kreuzige ihn“ rufe. Vertraue ich auf Gottes Hilfe, wenn alles hilflos erscheint und ihm nachfolge, auch in seinem Leiden?
Nach dem Festgottesdienst versammelte sich die Pfarrgemeinde zum gemütlichen Beisammensein im Pfarrsaal zum traditionellen „Palm Café“, wo es Würstel und als Nachspeise Osterzopf gab.
Text und Bilder Willi Götzlich