Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer. Zu den Aufgaben des Diözesanrats gehört es, das wirtschaftliche, familiäre, gesellschaftliche und politische Umfeld so mitzugestalten, dass der Mensch gedeihen und sich entfalten kann.
Feige und Armin Schalk

Zwischen Demokratiefibel und Weltsynode: Begegnungen beim Katholikentag

Beim Katholikentag in Würzburg stand für den Vorsitzenden des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, Armin Schalk, vor allem eines im Mittelpunkt: der Austausch darüber, wie Kirche heute Verantwortung für Gesellschaft und Demokratie übernehmen kann – und wie synodales Miteinander konkret gelebt werden kann.
 
In Gesprächen mit Bischof Gerhard Feige (Magdeburg) und Mario Kardinal Grech (Generalsekretär der Bischofssynode) ging es dabei um Themen, die viele Ehrenamtliche und engagierte Katholik:innen beschäftigen: den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Stärkung demokratischer Kultur und die Frage, wie Kirche glaubwürdig gemeinsam unterwegs sein kann.
 
Im Gespräch mit Bischof Feige tauschte sich Schalk über die aktuelle politische Situation und insbesondere über die Kampagne „Bewusst wählen!“ aus. Die Initiative des Bistums Magdeburg wirbt im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt für eine wertebasierte Auseinandersetzung mit den Parteiprogrammen. Ziel der Initiative ist es, christlichen Werte wie Nächstenliebe, Solidarität und Menschenwürde in den Mittelpunkt zu stellen. Durch öffentliche Aktionen und gezielte Kommunikation soll erreicht werden, dass das christliche Menschenbild und die demokratische Kultur in Sachsen-Anhalt gestärkt werden. Im Austausch wurde erneut deutlich: Demokratie lebt davon, dass Menschen Haltung zeigen und sich aktiv einbringen.
 
Auch die Demokratiefibel des Diözesanrates kam in der Begegnung zur Sprache. Schalk überreichte Bischof Feige die Publikation und sprach mit ihm über deren Anliegen: Christ:in-Sein bedeutet immer auch, Verantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben zu übernehmen. Die Fibel macht zugleich deutlich, dass Christ:innen aufgefordert sind, sich klar gegen Rechtsextremismus, Hass und populistische Vereinfachungen zu positionieren, Alternativen aufzuzeigen und vor allem, das Wort im Alltag gegen menschenfeindliche Parolen zu erheben.
 
Das geteilte Anliegen von „Bewusst wählen!“ und der Demokratiefibel wurde im Gespräch besonders greifbar: Demokratie stärken, Menschenwürde verteidigen und als Kirche sichtbar Verantwortung übernehmen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung brauche es Orte des Dialogs, des Zuhörens und des respektvollen Ringens um gute Lösungen.
 
Auch die Begegnung mit Kardinal Mario Grech am Stand der Erzdiözese war von diesem Geist geprägt. Im Gespräch berichtete Schalk dem Generalsekretär der Weltsynode von den synodalen Erfahrungen in München und Freising. Er erläuterte, dass die Erzdiözese bereits seit zwei Jahren mit einem Synodalen Gremium arbeitet, dessen Mitglieder aus bestehenden Beratungsgremien des Erzbischofs delegiert wurden – aus Räten und Verbänden also, die bereits seit vielen Jahren partizipativ und repräsentativ arbeiten.
 
Zugleich schilderte Schalk seine persönliche Einschätzung zur synodalen Situation in Deutschland: Mit Räten und Verbänden verfüge die Kirche hierzulande seit der Würzburger Synode über gut etablierte Beteiligungsstrukturen. Der Synodale Weg habe viele wichtige Themen bearbeitet und Beschlüsse gefasst. Gleichzeitig sehe er im Vergleich mit dem weltkirchlichen synodalen Prozess einen Nachholbedarf im Bereich der Spiritualität. Synodalität sei eben nicht nur eine Frage von Strukturen, sondern auch eine geistliche Haltung des gemeinsamen Hörens, Beratens und Entscheidens.
 
Deshalb arbeite man in München und Freising gemeinsam mit dem Erzbischof mit hoher Motivation daran, das Verständnis von Synodalität aus dem Abschlussdokument der Weltsynode noch stärker im Erzbistum zu verankern – auch in konkreten synodalen Abwägungs- und Entscheidungsprozessen. Kardinal Grech hat sich ausdrücklich für dieses Engagement bedankt.
 
Für den Diözesanrat bleibt nach dem Katholikentag die Überzeugung: Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und synodale Kirche entstehen nicht von selbst. Sie leben davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, zuhören, Haltung zeigen und gemeinsam anpacken. Genau dazu braucht es engagierte Ehrenamtliche in Pfarrgemeinderäten und Verbänden, mutige Stimmen und Orte, an denen Kirche und Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen.

Bildgalerie Katholikentag 2026


Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Kampagne "Bewusst wählen!" finden Sie hier.Die Demokratiefibel können Sie hier abrufen. Und weitere Informationen zum Thema "Synodalität" haben wir hier für Sie zusammengestellt.