Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer. Zu den Aufgaben des Diözesanrats gehört es, das wirtschaftliche, familiäre, gesellschaftliche und politische Umfeld so mitzugestalten, dass der Mensch gedeihen und sich entfalten kann.

Jakob Rothmeier – Nachruf auf ein Urgestein der Laienarbeit und einen Mann der Tat

Im Alter von 95 Jahren verstarb am 20. Juni 2026 nach einem erfülltem Leben Herr Jakob Rothmeier. Jakob Rothmeier war von 1994 bis 2002 Stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken.
Portrait Rothmeier
Jakob Rothmeier war ein Urgestein der Laienarbeit in der Erzdiözese München und Freising. Von Anfang an, von 1968-2010, gehörte dem Pfarrgemeinderat (PGR) in Rott/Inn an. 36 Jahre war er Vorsitzender des PGR. Auf den unterschiedlichsten Ebenen engagierte er sich 45 Jahre für eine lebendige, menschennahe Kirche. Ein großes Anliegen von ihm war die Landpastoral. Er war davon überzeugt, dass gerade im ländlichen Raum die Pfarrstrukturen nicht zu groß werden dürfen. „Menschen benötigen Orte der geistigen, sozialen und kulturellen Beheimatung“, so seine Überzeugung. Ein von ihm oftmals vorgetragener Grundsatz war: „Dort, wo Gemeinde lebt und wo sie selbst eigenständig etwas leisten und tragen kann, soll nichts aufgegeben oder zentralisiert, sondern gestärkt und gefördert werden.“ Mit Sorge erfüllte ihn daher, dass viele Seelsorgestellen keine Seelsorger mehr haben und auch die Pfarrbüros oder die Bürostunden in kleineren Gemeinden weniger werden. Mit dem Diözesanrat hat er sich daher dafür eingesetzt, dass in Pfarreien und Filialen ohne Seelsorger vor Ort Menschen ehrenamtlich die Funktion eines Ansprechpartner:in wahrnehmen.
 
Jakob Rothmeier war von 1969 bis 2006, zuletzt noch als Delegierter des Dekanatsrates Wasserburg, Mitglied des Diözesanrates der Katholiken. Er arbeitete auch im Arbeitskreis Vatikanum II mit. Denn als 2012 der Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren gefeiert wurde, war es wichtig, ihn als „Zeitzeugen“ zu Wort kommen zu lassen, der die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse miterlebt und mitgeprägt hat. Er war vor allem ein Mann der Tat. Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass das Kirchenbild des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht nur Theorie geblieben ist, sondern in der Arbeit der Pfarrgemeinderäte konkrete Gestalt angenommen hat.
 
Somit hat er die Arbeit der Laien und des Diözesanrates bleibend gestaltet und dauerhafte Spuren im Diözesanrat hinterlassen.
 
Der Diözesanrat wird seiner bei der nächsten Vollversammlung gedenken.