Heilig-Haupt Fest in Siegsdorf – Glaubenszeugnis und Tradition
Am 11. August 1715 wurde in einer feierlichen Prozession das Heilige Haupt von der Gam in die Pfarrkirche Siegsdorf übertragen. Seither wird im August ein Gottesdienst zur Verehrung des Heiligen Hauptes gefeiert. Bis zum Jahr 2007 fand dieses Hochfest immer in der Mitte des Monats statt.
Seit 2008 wird es Anfang August, mit einigen Ausnahmen auch am letzten Juliwochenende, begangen. Pfarrer von Rechberg lädt auch an diesem Wochenende zur Krankensalbung und zur Spendung des Einzelsegens ein. Viele Gläubigen verehren das Heilige Haupt im Gebet. Zum 300-jährigen Jubiläum im Jahre 2015 gab es erneut eine große Prozession von der Gam zur Pfarrkirche mit Musik und Ortvereinen. Den damaligen Pontifikalgottesdienst zelebrierte Weihbischof em. Dr. Franz Dietl gemeinsam mit Pfarrer Thomas von Rechberg. Zur Erinnerung an die „Übertragung“ findet sei 2015 vor dem Festgottesdienst immer eine kleine Prozession um die Kirche statt. In diesem Jahr trugen der Frauenbund, die Trachtler, die Siesgdorfer Schützen und die KSK Siegsdorf ihre Fahnen mit. Festlich geschmückt wurde auch ein Abbild des Heiligen Hauptes mitgetragen. Der anschließenden Hl. Messen standen Pfarrer von Rechberg und sein Konzelebrant Diakon Andreas Nieder vor. Diakon Nieder eröffnete seine Predigt mit der Aussage und dem Versprechen Jesu „Ich bin da. Du bist nicht allein“. Seit Generationen pilgern Menschen zum Heiligen Haupt mit ihren Sorgen, um Danke zu sagen oder um still zu beten, so der Diakon. Sie alle schauen auf das Antlitz Jesu im Hochaltar. „Bevor wir Christus hier anschauen, hat er längst uns angesehen“, versicherte er den Gläubigen. In den nun folgenden Gedanken erläuterte er, was dies bedeutet. Er verband seine Gedanken mit dem Tagesevangelium und der Feststellung: Jesu sieht die Menschen nicht als anonyme Menge, sondern er sieht jeden Einzelnen. Aus diesem Blick wächst Liebe. Das Heilige Haupt hat den Stadtbrand Traunstein überstanden, nicht weil Holz stärker ist aus Feuer, sondern weil Christus bleibt - seine Liebe bleibt. Am Schluss richtete er noch Dankesworte an Pfarrer Thomas von Rechberg, der seit zwanzig Jahren im Dienst der Pfarrei steht. Ebenso dankte er den vielen Ehrenamtlichen, stellvertretend an diesem Tag den langjährigen Sängern und Sängerinnen. Musikalisch begleitet wurde die heilige Messe vom Kirchenchor Siegsdorf unter Leitung von Patrick Pföß. Instrumental unterstützt wurde er von Claudia Germann-Bauer am Orgelportativ, Aida Wolff an der Harfe und Ingo Nagel am Kontrabaß. Die Orgel für den Volksgesang wurde von Alexander Lederer übernommen. Vor dem Schluss-Segen kamen Pfarrgemeinderatsvorsitzender Robert Lechner und Veronika Weber nach vorne um im Namen der Pfarrei, Pfarrer von Rechberg für seinen zwanzigjährigen Dienst herzlich zu danken. Es wurden dem Seelsorger ein Blumenstrauß und ein Bild überreicht, das ihn an diesen Tag erinnern soll. Den festlichen Rahmen nutzte man auch um verdiente Sänger und Sängerinnen für langjähriges verdienstvolles Wirken im Chor zu ehren. Es waren dies für 35 Jahre Josefine Buchfellner und Brigitte Groß, für 25 Jahre Sabine Lederer, für 20 Jahre Inge Feil und Johannes Döpper. Pfarrer Thomas von Rechberg und Patrick Pföß überreichten den Geehrten eine Dankurkunde der Erzdiözese München und Freising und einen Obstkorb. In Abwesenheit wurde für 45 Jahre Rosi Eder geehrt. Die letzten Worte vor dem Auszug richtete ein sichtlich gerührter Pfarrer von Rechberg an die Menge. „Ich will einfach nur DANKE sagen“, so der Geistliche. Er dankte für die Begleitung bei allen Festen in den vielen Jahren, dankte den Familien, die sich für Kinder entschieden haben, mit denen er im Schulunterreicht und bei der Erstkommunion zusammen war. Auch sagte er Vergelt´s Gott für sein Personal, für die Musik und die vielen Wegbegleiter. Besonders aber bedankte er sich bei Gott und Maria, die ihn in all den Jahren getragen haben. Im Anschluss an die kirchliche Feier lud Pfarrer Thomas von Rechberg herzlich zu einem Umtrunk am Kirchplatz ein um sein 20-jähriges Wirken in der Pfarrei zu feiern. ED
Am 01.08. erfolgte die Segnung des Kreuzes der Wolfsberger Böllerschützen auf dem Wolfsberg durch Diakon Andreas Nieder.