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St. Severin von Noricum

Poststr. 8, 85748 Garching b. München, Telefon: 089-326742-0, E-Mail: St-Severin.Garching@ebmuc.de

Gemeinsam erinnern, gemeinsam glauben – Allerheiligen in unserer Pfarrei

Liebe Familien, liebe Kinder, Jugendliche und Erwachsene,

VERtröstet oder GE(H)tröstet? – diese Frage stelle ich über die Seligpreisungen Jesu in seiner Bergpredigt, die wir an Allerheiligen hören. Zum einen klingen sie wie ein Trost für all jene, die in dieser Zeit ein schweres Los tragen als Arme, Trauernde, Verfolgte und Geschundene. Aber dieser Trost wird ihnen scheinbar erst viel später, nämlich im Himmel, zuteil, wenn Jesus sagt: “Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.”

Da kann schnell aus dem Trost eine VERtröstung auf später werden, auf irgendwann oder wann auch immer! Zugleich kommt mir persönlich die Frage in den Sinn, wie es dann den Reichen, den Glücklichen, Erfolgreichen und Mächtigen dieser Zeit ergehen wird. Haben sie überhaupt eine Chance, in den Himmel zu kommen? Leicht könnten wir da gedanklich in eine Einbahnstraße geraten, denn es wäre ein Trugschluss, davon auszugehen, dass alle Armen und Geschundenen einen starken Glauben haben. Auch sie können von großen Zweifeln geplagt sein oder gar ihr Herz verschließen vor der frohen Botschaft. Genauso sind nicht alle Reichen und Erfolgreichen zugleich egoistische oder ungläubige Menschen. Es gibt viele, die ihren materiellen Reichtum oder auch ihr intellektuelles Wissen mit anderen teilen, von Herzen etwas davon für andere geben und damit barmherzig handeln. Und so werden auch sie den Seligpreisungen gerecht als Barmherzighandelnde und als Friedensstifter.

Wir werden von Jesus nicht VERtröstet, sondern GE(H)tröstet. Und ich habe bewusst dieses “H” in Klammern eingefügt, weil es um das GEHEN geht, um das GEHEN eines Weges der Barmherzigkeit und Güte, um das GEHEN eines Weges des FRIEDENS und der NÄCHSTENLIEBE. Wer, unabhängig davon, ob er materiell arm oder reich ist, gläubig diesen Weg geht, der wird nicht VERtröstet, sondern GEtröstet.

Die unzähligen Heiligen, denen wir den ALLERHEILIGENTAG in besonderer Weise schenken, haben uns das vorgelebt. Sie waren nicht perfekt, hatten auch nicht alle eine erfolgsversprechende Ausgangsposition in ihrem Leben, aber sie haben auf ihre Weise und im Rahmen ihrer Möglichkeiten GOTTES LIEBE gelebt und damit nicht VERtröstet, sondern GETRÖSTET!
 
Gott sei Dank müssen wir alle nicht perfekt sein, um von Gott GETRÖSTET zu werden!

Herzliche Grüße
Eure Marlene Goldbrunner

Impuls
11-2026 Plakat ALLERHEILIGEN und ALLERSEELEN

VERtröstet oder GE(H)tröstet?
(Marlene Goldbrunner)

VERtröstet oder GE(H)tröstet? - das muss ich mich fragen,
wenn ich die Seligpreisungen höre in unseren Tagen.
VERtröstet auf später, wenn ich in den Himmel werde kommen,
aber zähle ich überhaupt zu den Frommen,
wenn ich Erfolg und Wohlstand erfahre im Leben
und nicht Armut, Trauer und Verzweiflung muss erleben?
VERtröstet oder GE(H)tröstet? – wenn ich mich das frage,
kommt vielleicht auch dieser Gedanke zutage:
Jesus will mich nicht auf später VERtrösten,
denn schon jetzt gehör ich durch IHN zu den Erlösten,
denn ARM SEIN IM GEISTE bedeutet OFFEN sein für GOTT
und nicht überfüllt sein vom täglichen Trott,
von dem was zu geben, was ich darf haben,
dabei zählen nicht nur die materiellen Gaben,
sondern all das, was ich aus Liebe tue,
was mir und anderen schenkt INNERE RUHE.
VERtröstet oder GE(H)tröstet? – der TROST liegt im GEHEN,
du Gott der LIEBE, hilf mir, das zu verstehen!