Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer. Zu den Aufgaben des Diözesanrats gehört es, das wirtschaftliche, familiäre, gesellschaftliche und politische Umfeld so mitzugestalten, dass der Mensch gedeihen und sich entfalten kann.

MENSCHEN ERREICHEN, KIRCHE SICHTBAR MACHEN – PFARREI UND ÖFFENTLICHKEIT

Wozu Öffentlichkeitsarbeit?

Öffentlichkeitsarbeit ist kein nettes Extra, sondern gehört zum pastoralen Auftrag. Sie trägt dazu bei, Kirche vor Ort sichtbar zu machen. Gute Öffentlichkeitsarbeit informiert über Angebote und Entscheidungen, lädt zu Teilnahme ein, schafft Vertrauen, Transparenz und Nahbarkeit, stärkt die Identifikation mit der Pfarrei und wirkt so missionarisch im Sinne einer offenen, dialogbereiten Kirche. Man muss es in dieser Deutlichkeit sagen: Wer nicht kommuniziert, findet nicht statt. Öffentlichkeitsarbeit ist immer auch Beziehungsarbeit.

Öffentlichkeitsarbeit – aber für wen
eigentlich?

Pfarrgemeinderäte kommunizieren nicht ins Leere, sondern mit konkreten Zielgruppen. Dazu gehören: Aktive Gemeindemitglieder (z. B. ehrenamtlich Engagierte, regelmäßige Gottesdienstbesucher:innen), eher locker Verbundene (z. B. Familien, die  bei Taufe, Erstkommunion oder Trauung den Kontakt zur Pfarrei suchen), distanziert Verbundene (z. B. Kirchenmitglieder ohne regelmäßigen Kontakt zur Pfarrei) sowie Interessierte außerhalb der Kirche (z. B. Nachbarschaft, lokale Öffentlichkeit, Vereine, etc.). Diese Gruppen haben jeweils andere Erwartungen: Verlässliche Informationen (Wann findet welcher Gottesdienst statt?), Orientierung (Wofür steht diese Pfarrei?), Einladung (Bin ich hier will kommen?), Relevanz (Was hat das mit meinem Leben zu tun?) – all das können Adressat:innen der Öffentlichkeitsarbeit erwarten. Gute Öffentlichkeitsarbeit nimmt diese Perspektiven ernst und überträgt kirchliche Inhalte dort wo nötig in eine verständliche, lebensnahe Sprache. Es gibt keine Patentlösung, die für alle Pfarreien funktioniert. Es empfiehlt sich, als Pfarrgemeinderat einmal darüber ins Gespräch zu kommen, wer die Zielgruppen der eigenen Öffentlichkeitsarbeit sind, welche Inhalte man vermitteln will und welche Erwartungen Menschen haben.

Öffentlichkeitsarbeit – aber wie?

Klassische Formate
Auch im digitalen Zeitalter bleiben klassische Kommunikationswege wichtig: Aushänge und Schaukästen sind niedrigschwellig und direkt vor Ort sichtbar. Es lohnt sich daher, sie zu pflegen, klar zu strukturieren und visuell ansprechend zu gestalten. Hier sollte nach Möglichkeit auf lange Fließtexte verzichtet und der Fokus auf deutlich erkennbare Kerninhalte gelegt werden. Auch der Pfarrbrief behält neben digitalen Formaten seine Bedeutung: Hier ist Raum für Hintergründe, Spiritualität, Berichte. Der Pfarrbrief ermöglicht es, nicht nur zu informieren, sondern auch zu erzählen. Unter pfarrbriefservice.de finden Sie Texte, Bilder und Anregungen sowie Ansprechpartner:innen der jeweiligen Diözesen, so auch für das Erzbistum München und Freising. Auch klassische, lokale Pressearbeit kann sich punktuell lohnen: Besondere Aktionen, die Pfarrgemeinderatswahl oder einer Abendveranstaltung können gezielt in der lokalen Presse beworben werden und so auch eine Brücke in die gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein bauen. 

Digitale Formate: Website, Newsletter, Social Media
Auch wenn solche klassischen Formate weiterhin ihre Berechtigung haben, kommt man als Pfarrgemeinderat heute nicht mehr an den vielfältigen digitalen Formen der Kommunikation vorbei. So ist die Website, auf der auch der Pfarrgemeinderat einen festen und sichtbaren Platz haben sollte, die digitale Visitenkarte der Pfarrei. Sie sollte aktuell und mobilfreundlich sein, zentrale Infos schnell zugänglich machen (Gottesdienste, Kontaktmöglichkeiten, Termine, etc.) und eine klare Struktur haben.

Daneben empfiehlt es sich für Pfarreien auch, einen elektronischen Newsletter aufzusetzen. Die Plattformen, auf denen die Webseiten von Pfarreien angelegt sind, bieten oftmals auch die Möglichkeit eines solchen Newsletters, so dass der technische Aufwand überschaubar ist. Ein Newsletter ermöglicht direkte Kommunikation: Er sollte regelmäßig (z. B. monatlich oder zweiwöchig) verschickt wer den, kurz und übersichtlich gehalten sein und klare Handlungsaufforderungen und Hinweise enthalten („Hier anmelden!“, „Weitere Infos finden Sie hier!“).

Auch Social Media bietet große Möglichkeiten – gerade für Pfarreien, die Menschen erreichen wollen, die klassische Kanäle aber nicht mehr nutzen. Gängige Plattformen sind unter anderen Facebook (ältere Zielgruppen, gut für Gruppen und Veranstaltungen), Instagram (visuell, mobil, stark verbreitet – besonders bei jüngeren und mittleren Altersgruppen), YouTube (für längere Videoformate, z. B. Impulse, Gottesdienste, etc.), WhatsApp und Signal (insbesondere für die direkte Kommunikation in Gruppen). 

Um erfolgreich auf Social Media zu kommunizieren, braucht es Menschen, die bereit sind, sich Wissen und Kompetenzen anzueignen, regelmäßig Inhalte aufzubereiten und Freude an diesem Medium haben. 

Ein Auftritt erfüllt seinen Zweck nur, wenn er kontinuierlich gepflegt wird. Konkret bedeutet das: regelmäßige Beiträge (z. B. 1–2 pro Woche), Formate, die zur Plattform passen (z. B. kurze Videos statt langer Texte), klare Zuständigkeiten im Team und eine verständliche, authentische Sprache. Ein unbelebter Account, auf dem lange keine Beiträge gepostet werden, wirkt eher abschreckend als einladend.

Insbesondere Instagram verbindet mehrere Vorteile: Niedrige Zugangsschwelle (viele Menschen nutzen die Plattform täglich), visuelle Ansprache (Bilder und kurze Videos, sogenannte „Reels“), transportieren Emotion, Gemeinschaft und Nahbarkeit, ermöglichen Reichweite (Inhalte können auch Menschen außerhalb des Kernklientels erreichen) und Interaktion (Kommentare, Umfragen, Nachrichten, Reaktionen ermöglichen einen direkten Austausch). Angesichts der Vielfalt an Plattformen empfiehlt es sich, lieber einen Kanal gut zu bespielen als mehrere halbherzig.

Ein gelungenes Beispiel ist der Instagram- Auftritt des Diözesanrates der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, den Sie unter @dioezesanratmuenchen finden. Hier werden aktuelle Themen verständlich aufbereitet, mit klaren Botschaften und oftmals konkreten Einladungen zur Beteiligung.
Ausschnitt Insta Account DR

Praxis_Tipps

Mit den Aufgaben wachsen

Niemand wird als Profi für Öffentlichkeitsarbeit geboren. Aber: Öffentlichkeitsarbeit ist ein erlernbares Handwerk. Viele Einrichtungen bieten Fortbildungen an, etwa zu Social Media, Pressearbeit, Gestaltung (z. B. die Nutzung einschlägiger Dienstprogramme), Kommunikation und Videodreh. Entscheidet sich ein Pfarrgemeinderat dafür, Öffentlichkeitsarbeit aktiv zu betreiben und dabei auch digitale Formate zu verwenden, sollte man den Blick stets auch für einschlägige Fortbildungen offen halten – sie sind eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde.

Öffentlichkeitsarbeit heißt: Kirche sichtbar, verständlich und einladend machen. Sie gelingt, wenn sie die Menschen, an die sie gerichtet ist, im Blick hat, die passenden Kanäle nutzt und authentisch und regelmäßig erfolgt. So wird aus Information Beziehung. Beachten Sie bei der Öffentlichkeitsarbeit unbedingt auch die Hinweise zum Datenschutz, die Sie z.B. in unserem Leitfaden finden.