Synodalität ist dreierlei zugleich: Haltung, Methode und Struktur. Haltung
Synodalität beginnt nicht erst in Sitzungen, sondern im Inneren der Gläubigen:
- die Bereitschaft zuzuhören – auch unbequemen Stimmen
- die Anerkennung, dass der Geist Gottes sich im Sprechen meiner Mitmenschen zeigen kann
- der Verzicht auf vorschnelle Machtentscheidungen
- sensibel sein für zwischenmenschliche Machtstrukturen und diese im synodalen Ringen miteinander überwinden
- nicht in den Modus von Rede und Gegenrede zu verfallen
Papst Franziskus sagte:
„Eine synodale Kirche ist eine Kirche des Zuhörens“ (Ansprache zur 50-Jahr-Fei er der Errichtung der Bischofssynode, 17.10.2015).
Zuhören ist dabei nicht eine Höflichkeit, sondern eine echte geistliche Praxis. Die Weltbischofssynode konkretisiert das: Synodalität bedeutet, einan der zuzuhören, um den Willen Gottes gemeinsam zu erkennen (vgl. DF 3; 9; 28). Das schließt ausdrücklich alle Getauften ein – nicht nur Amtsträger.
Methode
Diese Haltung kann und soll auch konkret in die Praxis übersetzt werden. Synodalität wird greif- und erlebbar in Verfahren, die Beteiligung ermöglichen:
- gemeinsames Hören
- Austausch von Erfahrungen
- Zeiten der Stille und Unterscheidung
- gemeinsames Entscheiden
Besonders relevant ist dabei das
Gespräch im Geist (Conversation in the Spirit). Diese Methode ist Ausdruck einer Überzeugung: Das Richtige erschließt sich im gemeinsamen
geistlichen Prozess, nicht durch Mehrheitslogik oder rhetorisches Talent allein (vgl. DF 1;7;10; 45; 105).
Struktur Wie bildet sich Synodalität in unseren Strukturen ab? Wer gehört dazu?
„Das ganze Volk Gottes ist Träger des Glaubenssinns“ (LG 12).
Daraus folgt: Alle haben etwas beizutragen. Die Weltbischofssynode präzisiert: Partizipative Gremien sollen
inklusiv sein und die
Vielfalt des Gottesvolkes abbilden (vgl. DF 106). Das heißt konkret:
- Frauen, Männer, queere Menschen
- unterschiedliche Altersgruppen
- verschiedene Lebensrealitäten
- unterschiedliche kulturelle und soziale Hintergründe
Eine durchweg homogene Runde ist keine synodale Runde. Für Pfarrgemeinderäte heißt das in der Praxis, den Blick offen zu haben für die Bedürfnisse von Menschen aus anderen Milieus, sie einbinden, bei der Suche nach Kandidat:innen für Ämter auch gezielt auf solche Menschen zuzugehen. Die Kirche erfüllt ihre Sendung, wenn sie die Charismen aller ernst nimmt und strukturell zur Geltung bringt.