Diözesanrat der Katholiken

Demokratisch gewählte Vertretung des Kirchenvolkes.
Der Diözesanrat repräsentiert mehr als 125.000 ehrenamtlich in Katholikenräten, Verbänden und Initiativen aktive katholische Frauen und Männer. Zu den Aufgaben des Diözesanrats gehört es, das wirtschaftliche, familiäre, gesellschaftliche und politische Umfeld so mitzugestalten, dass der Mensch gedeihen und sich entfalten kann.

Synodalität

People of God

Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung

Synodalität kommt vom griechischen  σύνοδος (sýnodos): gemeinsamer Weg bzw. "Zusammenkunft", "Beratung". Dahinter steckt mehr als ein schönes Bild. Es ist eine Grundentscheidung darüber, wie Kirche lebt: nicht nebeneinander, nicht übereinander – sondern miteinander, hörend, sprechend, unterscheidend. Synodalität ist mehr als eine Methode für besondere Situationen, sie ist eine Wesensdimension von Kirche. Die Internationale Theologische Kommission formuliert es so:

Synodalität bezeichnet den spezifischen modus vivendi et operandi der Kirche, des Volkes Gottes, das sich als Gemeinschaft auf dem Weg manifestiert“ (Internationale Theologische Kommission, Die Synodalität in Leben und Sendung der Kirche, 2018, Nr. 6).

Und die Weltbischofssynode zur Synodalität greift das auf und verschärft es: Synodalität ist „konstitutiv für die Kirche“ (DF 28). Das heißt: Synodalität ist nicht einfach eine schöne Ergänzung, auf die man auch verzichten könnte. Ohne Synodalität verfehlt Kirche ihr eigenes Wesen.

Wie sich diese Synodalität hingegen im Detail in den verschiedenen Räumen der Kirche ausgestalten lässt, muss gemeinsam und vor Ort erarbeitet werden. So gibt es in Deutschland aufgrund der Würzburger Synode bereits seit vielen Jahren etablierte Gremien strukturen, während andere Regionen ganz andere strukturelle Voraussetzungen haben – auch hier gilt also: Einheit bedeutet nicht Uniformität.

Karikatur Plaßmann

Haltung, Methode oder Struktur?

Synodalität ist dreierlei zugleich: Haltung, Methode und Struktur.

Haltung
Synodalität beginnt nicht erst in Sitzungen, sondern im Inneren der Gläubigen:

  1. die Bereitschaft zuzuhören – auch unbequemen Stimmen
  2. die Anerkennung, dass der Geist Gottes sich im Sprechen meiner Mitmenschen zeigen kann 
  3. der Verzicht auf vorschnelle Machtentscheidungen 
  4. sensibel sein für zwischenmenschliche Machtstrukturen und diese im synodalen Ringen miteinander überwinden 
  5. nicht in den Modus von Rede und Gegenrede zu verfallen
Papst Franziskus sagte:

„Eine synodale Kirche ist eine Kirche des Zuhörens“ (Ansprache zur 50-Jahr-Fei er der Errichtung der Bischofssynode, 17.10.2015).

Zuhören ist dabei nicht eine Höflichkeit, sondern eine echte geistliche Praxis. Die Weltbischofssynode konkretisiert das: Synodalität bedeutet, einan der zuzuhören, um den Willen Gottes gemeinsam zu erkennen (vgl. DF 3; 9; 28). Das schließt ausdrücklich alle Getauften ein – nicht nur Amtsträger.

Methode
Diese Haltung kann und soll auch konkret in die Praxis übersetzt werden. Synodalität wird greif- und erlebbar in Verfahren, die Beteiligung ermöglichen:
 
  1. gemeinsames Hören 
  2. Austausch von Erfahrungen 
  3. Zeiten der Stille und Unterscheidung 
  4. gemeinsames Entscheiden
Besonders relevant ist dabei das Gespräch im Geist (Conversation in the Spirit). Diese Methode ist Ausdruck einer Überzeugung: Das Richtige erschließt sich im gemeinsamen geistlichen Prozess, nicht durch Mehrheitslogik oder rhetorisches Talent allein (vgl. DF 1;7;10; 45; 105).

Struktur
Wie bildet sich Synodalität in unseren Strukturen ab? Wer gehört dazu?

„Das ganze Volk Gottes ist Träger des Glaubenssinns“ (LG 12).

Daraus folgt: Alle haben etwas beizutragen. Die Weltbischofssynode präzisiert: Partizipative Gremien sollen inklusiv sein und die Vielfalt des Gottesvolkes abbilden (vgl. DF 106). Das heißt konkret: 

  1. Frauen, Männer, queere Menschen 
  2. unterschiedliche Altersgruppen 
  3. verschiedene Lebensrealitäten 
  4. unterschiedliche kulturelle und soziale Hintergründe

Eine durchweg homogene Runde ist keine synodale Runde. Für Pfarrgemeinderäte heißt das in der Praxis, den Blick offen zu haben für die Bedürfnisse von Menschen aus anderen Milieus, sie einbinden, bei der Suche nach Kandidat:innen für Ämter auch gezielt auf solche Menschen zuzugehen. Die Kirche erfüllt ihre Sendung, wenn sie die Charismen aller ernst nimmt und strukturell zur Geltung bringt.

Highlights

Was ist Synodalität? - Erklärungen in Kurzvideos

Eine kurze Erläuterung, was Synodalität eigentlich ist und worin sie sich von Demokratie unterscheidet, finden Sie hier auf unserem Instagram-Kanal. Im Highlight "Synodalität" finden Sie weitere Reels und Storys zum Thema.

Jubilee

Jubilee of Synodal Teams and Participatory Bodies

Das Jubiläum der Synodalen Teams und partizipativen Gremien fand vom 24. bis 26. Oktober 2025 im Vatikan statt. Dies war ein wichtiges Ereignis, das darauf abzielte, den Wert dieser Gremien und der Personen, die in ihnen tätig sind, anzuerkennen und damit das Engagement für den Aufbau einer immer synodaleren Kirche im Horizont der Hoffnung zu bekräftigen, die nicht enttäuscht. Auch Vertreter:innen des Diözesanrates nahmen als Mitglieder des Synodalen Gremiums an der Veranstaltung in Rom teil. Auf dem Programm standen intensive Gespräche zur Implementierung von Synodalität sowie ein Austausch mit Papst Leo XIV. Die vor Ort gehalten sowie den Austausch mit Papst Leo XIV. können Sie hier einsehen.

Gespräch im Geist

Für eine synodale Kirche / Synodales Gespräch im Geist

Eine kurze Zusammenstellung der Ergebnisse des Schlussdokumentes der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode im Oktober 2024 in Rom im weltweiten synodalen Prozess der Katholischen Kirche für Pfarrgemeinderäte, Gläubige, Seelsorgerinnen, Seelsorger und Interessierte, sowie ein Leitfaden für das Synodale Gespräch im Geist finden Sie hier:

Logo Synode

"The Spiritual Conversation"

Bei einem "Gespräch im Geist" steht die Qualität der Zuhörfähigkeit ebenso  im Mittelpunkt wie die Qualität der gesprochenen Worte. Das bedeutet, dass man während des Gesprächs auf die geistlichen Regungen in sich selbst und im Gegenüber achtet, was erfordert, dass man mehr als nur die ausgesprochenen Worte wahrnimmt. Diese  Art der Aufmerksamkeit ist ein Akt des Respekts, der Akzeptanz und der Gastfreundschaft  gegenüber anderen Menschen, so wie sie sind. Es ist ein Ansatz, der ernst nimmt, was in 
den Herzen der Gesprächspartner vor sich geht. Zwei Haltungen sind 
für diesen Prozess grundlegend: aktives Zuhören und Sprechen aus dem  Herzen. Das "Gespräch im Geist" ist eine Methode, um Synodalität ganz unmittelbar zu erleben und lässt sich in diverse Kontexte, insbesondere auch das Leben der Pfarrei und des PGRs, einbinden. Hier finden Sie einen Leitfaden des Synodensekretariats (auf Englisch):

Papst Franziskus - XVI. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode

Schlussdokument

Das Schlussdokument der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, die am 27. Oktober 2024 im Vatikan beendet wurde, ist jetzt als Borschüre mit dem Titel Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung in der Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz erschienen. Neben dem Dokument finden sich darin auch zwei Ansprachen von Papst Franziskus und dessen Note vom 24. November 2024, die das Schlussdokument als Teil des Ordentlichen Lehramtes erklärt.
Hier können Sie den Text auf Deutsch abrufen.

Weitere Texte zum Thema Synodalität sowie zur Weltbischofssynode finden Sie auf der Themenseite der Deutschen Bischofskonferenz.