Pfarrverband Siegsdorf

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Heilig Haupt
Heilig-Haupt-Fest 2026
Heilig-Haupt Fest in Siegsdorf – Glaubenszeugnis und Tradition
 
Am 11. August 1715 wurde in einer feierlichen Prozession das Heilige Haupt von der Gam in die Pfarrkirche Siegsdorf übertragen. Seither wird im August ein Gottesdienst zur Verehrung des Heiligen Hauptes gefeiert. Bis zum Jahr 2007 fand dieses Hochfest immer in der Mitte des Monats statt.
Seit 2008 wird es Anfang August, mit einigen Ausnahmen auch am letzten Juliwochenende, begangen. Pfarrer von Rechberg lädt auch an diesem Wochenende zur Krankensalbung und zur Spendung des Einzelsegens ein. Viele Gläubigen verehren das Heilige Haupt im Gebet. Zum 300-jährigen Jubiläum im Jahre 2015 gab es erneut eine große Prozession von der Gam zur Pfarrkirche mit Musik und Ortvereinen. Den damaligen Pontifikalgottesdienst zelebrierte Weihbischof em. Dr. Franz Dietl gemeinsam mit Pfarrer Thomas von Rechberg. Zur Erinnerung an die „Übertragung“ findet sei 2015 vor dem Festgottesdienst immer eine kleine Prozession um die Kirche statt. In diesem Jahr trugen der Frauenbund, die Siegsdorfer Trachtler, die Siesgdorfer Schützen und die KSK Siegsdorf ihre Fahnen mit. Festlich geschmückt wurde auch ein Abbild des Heiligen Hauptes mitgetragen. Der anschließenden Hl. Messen standen Pfarrer von Rechberg und sein Konzelebrant Diakon Andreas Nieder vor. Diakon Nieder eröffnete seine Predigt mit der Aussage und dem Versprechen Jesu „Ich bin da. Du bist nicht allein“. Seit Generationen pilgern Menschen zum Heiligen Haupt mit ihren Sorgen, um Danke zu sagen oder um still zu beten, so der Diakon. Sie alle schauen auf das Antlitz Jesu im Hochaltar. „Bevor wir Christus hier anschauen, hat er längst uns angesehen“, versicherte er den Gläubigen. In den nun folgenden Gedanken erläuterte er, was dies bedeutet. Er verband seine Gedanken mit dem Tagesevangelium und der Feststellung: Jesu sieht die Menschen nicht als anonyme Menge, sondern er sieht jeden Einzelnen. Aus diesem Blick wächst Liebe. Das Heilige Haupt hat den Stadtbrand Traunstein überstanden, nicht weil Holz stärker ist aus Feuer, sondern weil Christus bleibt - seine Liebe bleibt. Am Schluss richtete er noch Dankesworte an Pfarrer Thomas von Rechberg, der seit zwanzig Jahren im Dienst der Pfarrei steht. Ebenso dankte er den vielen Ehrenamtlichen, stellvertretend an diesem Tag den langjährigen Sängern und Sängerinnen. Musikalisch begleitet wurde die heilige Messe vom Kirchenchor Siegsdorf unter Leitung von Patrick Pföß. Instrumental unterstützt wurde er von Claudia Germann-Bauer am Orgelportativ, Aida Wolff an der Harfe und Ingo Nagel am Kontrabaß. Die Orgel für den Volksgesang wurde von Alexander Lederer übernommen. Vor dem Schluss-Segen kamen Pfarrgemeinderatsvorsitzender Robert Lechner und Veronika Weber nach vorne um im Namen der Pfarrei, Pfarrer von Rechberg für seinen zwanzigjährigen Dienst herzlich zu danken. Es wurden dem Seelsorger ein Blumenstrauß und ein Bild überreicht, das ihn an diesen Tag erinnern soll. Den festlichen Rahmen nutzte man auch um verdiente Sänger und Sängerinnen für langjähriges verdienstvolles Wirken im Chor zu ehren. Es waren dies für 35 Jahre Josefine Buchfellner und Brigitte Groß, für 25 Jahre Sabine Lederer, für 20 Jahre Inge Feil und Johannes Döpper. Pfarrer Thomas von Rechberg und Patrick Pföß überreichten den Geehrten eine Dankurkunde der Erzdiözese München und Freising und einen Obstkorb. In Abwesenheit wurde für 45 Jahre Rosi Eder geehrt. Die letzten Worte vor dem Auszug richtete ein sichtlich gerührter Pfarrer von Rechberg an die Menge. „Ich will einfach nur DANKE sagen“, so der Geistliche. Er dankte für die Begleitung bei allen Festen in den vielen Jahren, dankte den Familien, die sich für Kinder entschieden haben, mit denen er im Schulunterreicht und bei der Erstkommunion
zusammen war. Auch sagte er Vergelt´s Gott für sein Personal, für die Musik und die vielen Wegbegleiter. Besonders aber bedankte er sich bei Gott und Maria, die ihn in all den Jahren getragen haben. Im Anschluss an die kirchliche Feier lud Pfarrer Thomas von Rechberg herzlich zu einem Umtrunk am Kirchplatz ein um sein 20-jähriges Wirken in der Pfarrei zu feiern.                              ED
 

HeiligHaupt
Heilig Haupt



Die Geschichte der "Wallfahrt zum Heiligen Haupt"

Heilig Haupt Foto
Das ausdrucksstarke Antlitz ist das Haupt eines Kruzifixes, das außen an der Kirche St. Oswald in Traunstein unter einem Schwingboden angebracht war. Während des spanischen Erbfolgekrieges wurde die Stadt am 23. August 1704 von plündernden Panduren niedergebrannt. Beim großen Stadtbrand, dem auch die Kirche St. Oswald zum Opfer fiel, verbrannte das ganze Kreuz mit Ausnahme des ungeschwärzten Hauptes. Dies wurde als göttliche Fügung angesehen. Bei Aufräumarbeiten kam es in den Besitz eines Bauern aus Daxenbach, der es in den Herrgottswinkel stellte und verehrte. Ein Nachfahre - so wird berichtet - hat es später an einem Baum im Garten aufgehängt, worauf es von der Rinde des Baumes umwachsen und geschützt wurde.

Es fand daraufhin zunehmende Verehrung, wurde in die Kirche St. Petri gebracht und dort am 2. Juni 1712 an einem Pfeiler bei der Epistelseite aufgestellt. Die steigende Zahl von Wallfahrten, besonders bei Kopfleiden, der Votivtafeln, Wachs- und anderer Opfer veranlasste die "Kreuztracht", eine lokale Bruderschaft, einen eigenen Altar zu stiften (vgl. deren Bericht v. 1875). Das Salzburger Ordinariat erteilte am 15 Januar 1715 hierzu die Genehmigung. Pfarrer Dr. Johann Schübin zu Vachendorf legte diese so aus, dass der Altar in der Marienkirche zu errichten sei, weil dort die Gottesdienste gefeiert wurden.

Am 11. August 1715 wurde in einer großen, zahlreich besuchten Prozession unter dem Archidiakon Patrizius von Baumburg das "Heilige Haupt" dorthin, in die Vorgängerkirche der jetzigen Pfarrkirche, übertragen. Um 1725 verfasste Pfarrer Schübin eine Beschreibung der Geschichte des hl. Hauptes, die den Zustrom der Pilger noch mehr förderte, so dass um 1730 alljährlich bis zu 19.000 Wallfahrer gezählt wurden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist die Wallfahrt durch verfügte Erschwernisse und unter dem Einfluss des aufklärerischen Zeitgeistes abgeflaut. 1920 wurde die "Bruderschaft vom hl. Haupte unseres Herrn" gegründet.

Das hl. Haupt ist jetzt in einem Glasschrein über dem Tabernakel des Hochaltars angebracht und wird heute noch verehrt. Die Gemeinde feierte bis 2007 alljährlich am Sonntag nach dem Gedenktag des Hl. Laurentius (10. August) ihr "Heilig-Haupt-Fest." Seither wird an diesem Termin nicht mehr festgehalten.

Die Heilig Haupt Bruderschaft

1920 wurde die „Bruderschaft vom Heiligen Haupte unseres Herrn“ gegründet. Sie zählt bis heute gut 100 Mitglieder. Die Gemeinde feiert das Heilig-Haupt-Fest einmal im Jahr am ersten Sonntag im August vor dem Gedenktag des Heiligen Laurentius. Anlässlich der 300 Jahr Feier im Jahr 2015 führte die Pfarrei Siegsdorf mit den Siegsdorfer Theatervereinen ein Mysterienspiel auf. Das Dorf spielte mit vielen Laienschauspielern seine eigene Geschichte vom Heiligen Haupt.