Trotz unbeständiger Wetterverhältnissen machte sich eine kleine Gruppe Gläubiger der Pfarreien St. Korbinian und St. Rupert auf den Weg zum Johannishögl, um den jährlichen Berggottesdienst zu feiern. Treffpunkt war beim Parkplatz auf der Reiteralm, um zu Fuß, ausgerüstet mit Regenschirm und Regenjacke, den besinnlichen Aufstieg zu wagen. Mit Gebeten aus dem Gotteslob, die von Thomas Deichsel zu Beginn und auf halber Strecke vorgetragen wurden, fand die Pilgergruppe Zeit und Ruhe, um innezuhalten und nachzudenken. Auch die ein paar Regentropfen konnten der kleinen Gruppe nichts anhaben und machten das Empfinden der Natur sogar noch intensiver. Im Gotteshaus traf man mit den Gläubigen, die den bequemeren und trockenen Weg mit dem Auto gewählt hatten, sowie mit den Radfahrern, wieder zusammen.
Der Berggottesdienst, der von Dekan Markus Moderegger zelebriert und vom Chor der Pfarrei mit besinnlichen, aber auch rhythmischen Liedern gestaltet wurde, stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Gehens und dem guten Miteinander.
In seiner überraschenden, aber auch eindringlichen Predigt interessierte sich der Dekan vorab, von wo die vielen Besucher herkamen, viele von der Pfarrei St. Korbinian, einige von St. Rupert sowie zahlreiche Gläubige die zufällig den Weg herauf zum Johannishögl gefunden haben. Alle die sich aus unterschiedlichen Richtungen auf den Weg gemacht haben, hatten das gleiche Ziel; gemeinsam hier in dieser Kirche heute Gottesdienst zu feiern, so der Dekan. Wallfahrten bedeutet nicht nur in Bewegung zu sein sowie die Kirche immer in Bewegung ist, sondern auch mit einem offenen Herzen gemeinsam auf dem Weg zu sein. Aber oft sind die Menschen mit „Herzrhythmusstörungen“ unterwegs. Solche Konflikte belasten auch immer wieder die Zusammenarbeit im Pfarrverband. Er forderte die Mitglieder beider Pfarreien St. Korbinian und St. Rupert auf, mehr zuzuhören und die Bockigkeit bei Seite zulegen. Er wünschte den Gläubigen für die Zukunft ein „Hörendes Herz“, so wie es der biblische König Salomo getan hat, der Gott nicht um Macht oder Reichtum bat, sondern um ein „Hörendes Herz“ und Einsicht um das Böse vom Guten zu unterscheiden.
Auch in den Fürbitten war die Zusammenarbeit im Pfarrverband zentrales Thema. So beteten die Gläubigen für ein gutes Miteinander im täglichen Umgang.
Vor dem Schlusssegen gab der Dekan noch bekannt, dass der Pfarrverband nach dem Tod von Lucjan Banko, der an diesem Sonntag Geburtstag hat, keinen neuen Pfarrer bekommt, sondern einen zusätzlichen Seelsorger aus der Gemeinschaft der Vinzentiner. Die Pfarradministration bleibt beim Dekan, der ab nächstes Jahr durch einen Verwaltungsleiter entlastet wird.
Im Anschluss trafen sich die Besucher beim Wirt vom Johannishögl, der wieder leckere Speisen auf der Karte anbot. Aufgrund des einsetzenden Regens musste das gemütliche Zusammensein in den Gastraum verlegt werden, was aber der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch tat.
Text und Bilder: Willi Götzlich