Traditionell versammelte sich die Pfarrgemeinde am Erntedanksonntag beim Vereinsheim der Saalachtaler in der Watzmannstraße. Bei milden Spätsommerwetter zogen Trachtler, Altardienst und die beiden Zelebranten Kaplan Tomasz Baluka und Diakon Peter Kleinert zusammen mit den Gläubigen zur Pfarrkirche. Stolz trugen die Trachtenkinder die festlich geschmückte Erntekrone zur Kirche und die Musikapelle Steinbrünning sorgte für die würdige Umrahmung der Prozession.
Bereits am Eingang zur Pfarrkirche wies das festlich geschmückte Portal mit allerlei Früchten und Sonnenblumen auf den besonderen Festag hin. Ein besonderer Blickfang war auch der prunkvoll geschmückte Altar. Angela Teichmann hatte wie schon am Kircheneingang zahlreiche Früchte aus Feld und Garten mit viel Herzblut um einen großen kunstvoll verzierten Brotlaib aufgereiht. Flankiert wurde der Altar von Sonnenblumen und der Erntekrone. Natürlich durften auch die Körbe mit den traditionellen Rosinen nicht fehlen, die den Gläubigen nach dem Gottesdienst überreicht werden.
Zur Eröffnung des Gottesdienstes, die von der Musikkapelle Steinbrünnig mit der Schubertmesse den würdigen musikalischen Rahmen erhielt, erinnerte Kaplan Baluka die Festgemeinde, unter ihnen auch Altbrürgermeister Sepp Flatscher mit Frau Elfriede und Enkel, an die Bedeutung des Erntedankfestes: „Das Fest ist in besonderer Weise ein Fest der Dankbarkeit. Es erinnert uns daran, dass wir Menschen säen, pflanzen, pflegen und arbeiten, aber letztendlich ist es Gott, der Wachstum und Leben schenkt.“
Diesen Gedanken übertrug der Kaplan auch in seine Predigt. Erntedank soll uns daran erinnern, dass wir zwar vieles tun können, um eine reichhaltige Ernte zu erhalten, aber wir können keinen Regen machen und auch keine Sonne bestellen. Wir müssen darauf vertrauen, das Gott das übrige tun wird. So wie die Winzer im Tagesevangelium vergessen haben, dass ihnen der Weinberg nur anvertraut ist und nicht ihr eigener Besitz ist, so ist uns auch unser Leben nur anvertraut. Unsere Familie, unsere Gesundheit, unsere Arbeit und unsere Fähigkeiten und auch die Schöpfung sind Geschenke Gottes. Deshalb lautet auch die zentrale Frage nicht: „Was habe ich?“, sondern „Was mache ich mit dem, was mir anvertraut wurde?“ erwähnte Baluka. Ein guter Verwalter denkt auch an andere und an die nächste Generation. Wir sollten heute drei Gedanken mit nach Hause nehmen: Dankbarkeit: Nichts in unserem Leben ist selbstverständlich. Vertrauen: Wir tun, was wir können und das was wir nicht in der Hand haben, legen wir in Gottes Hände. Verantwortung: Was uns geschenkt wurde, sollen wir bewahren und mit anderen teilen. Darum wollen wir heute von Herzen danken, für die Früchte der Erde, für die Arbeit der Menschen und für unsere Familien und unsere Gemeinschaft. Mit diesen Worten endete die sehr eindringliche Ansprache.
Nach der Predigt sprach der Kaplan das Segensgebet und besprengte alle Gaben vor dem Altar mit Weihwasser.
Vor dem Schlusssegen bedankte sich der PGR-Vorsitzender Marc Hausstätter bei den Trachtlern, der Musikkapelle Steinbrünnig, bei der Mesnerin, dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung sowie bei allen anderen Helfern, die es wieder ermöglicht haben, dass dieser Tag so festlich begangen werden konnte. Schließlich lud er die Besucher zum anschließenden Pfarrfest in das Atrium ein. Da für die Getränke und Speisen keine festen Preise verlangt werden, bat Hausstätter die Besucher um großzügige Spenden. Mit dem Reinerlös unterstützt die Pfarrei immer wieder bedürftige Familien aus der Region.
Beim Auszug aus dem Gotteshaus wehte den Besuchern der wohlriechende Duft von Grillfleisch und Würstel entgegen, die von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates und Helfer schon vorbereitet waren. Auch das sehr große und reichhaltige Kuchenbuffet fand bei den Besuchern starken Zuspruch. Bei frischem Fassbier stellte sich schnell eine ausgelassene und gemütliche Stimmung auf dem Fest ein, die von „Steinbrünnigern“ mit rhythmischer und schwungvoller Musik tatkräftig unterstützt wurde. Auch die Darbietungen der Trachtenkindern mit ihren Tänzen trugen zur ausgelassenen Stimmung bei, so dass die Besucher noch lange sitzenblieben und die feierliche Atmosphäre bei den warmen Temperaturen genossen. Viel bedankte sich bei den Organisatoren für den gelungenen Festtag und besonders bei der Trachtenkapelle.
Text und Bilder: Willi Götzlich