St. Korbinian Freilassing

Kreuzeinweihung in der Pfarrei St. Korbinian

Mit einem festlichen Gottesdienst, zelebriert von Dekan Markus Moderegger und musikalisch begleitet von der Stadtkapelle mit der Haydnmesse, weihte die Pfarrei St. Korbinian das neue große Bronzekreuz, welches an der Vertäfelung hinter dem Altar angebracht ist, feierlich ein.  Das Bronzekreuz zeigt fünf große goldene Punkte, welche an die fünf Wundmale Jesu erinnern sollen.
Auch der Altar war mit einem großen Kreuz aus Strohblumen dekoriert, welches von Angela Teichmann liebevoll gefertigt war.
In seiner Predigt erinnerte der Pfarrer, dass heute durch die sozialen Medien, wie WhatsApp oder E-Mail die Kommunikation viel schneller geworden ist, aber das persönliche Gespräch keinesfalls ersetzt. Oft handelt es sich nur um einen „Klick“ und die schlechte Nachricht, über die man sich gerade noch geärgert hat, ist in aller Munde. Wäre es nicht besser, wenn man bei Auseinandersetzungen zunächst die direkte Begegnung sucht. Nicht übereinander reden, sondern miteinander. Nicht schnell verurteilen, sondern zuhören, forderte Moderegger.
Die griechische Form des neuen Kreuzes ist zugleich auch ein Pluszeichen erwähnte der Pfarrer. Moderegger übertrug das Bild von Minus und Plus auf das zwischenmenschliche Zusammenleben. Streit und Verletzungen können schnell zu einem Minus werden; Gespräch, Verständigung und Versöhnung dagegen ein Pluszeichen setzen. Den Bezug liefert auch das Sonntagsevangelium. Die dortige Aufforderung Jesu, „Geh zu ihm“ soll uns wachrütteln, nicht den Streit zu forcieren, sondern den Menschen wieder zu gewinnen. Unterschiedliche Auffassungen und Kritik müssen da nicht ausgeblendet werden. Entscheidend sei vielmehr, wie sie vorgebracht werden und ob die Bereitschaft zum Gespräch erhalten bleibt. Der Glaube an Gott hilft uns dabei, denn Gott macht aus jedem Minus ein Plus.
Auch in der heutigen Gesellschaft ist es wichtig Menschen mit anderen Positionen nicht pauschal abzuwerten und auch bei grundlegenden Differenzen miteinander im Gespräch zu bleiben. Dabei verwies er auf die zunehmende Polarisierung bei Migration, sozialer Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung. Kontroversen gehören zur demokratischen Auseinandersetzung.  Allerdings dürften und müssten sich Christen klar positionieren, wenn bezogen auf Menschenrechte und das Miteinander Grenzen überschritten werden und das „humanitäre Menschen Bild Gottes“ dadurch ins Wanken gerate.
Nach seiner Ansprache erfolgte die Segnung des neuen Kreuzes. Im Segensgebet erwähnte Moderegger, dass das Kreuz Trost für Trauende, Kraft für Kranke, Versöhnung bei Streit und Hoffnung in schwierigen Lebenssituationen sein soll und besprengte es mit Weihwasser und segnete es mit Weihrauch. Als Kreuz und Pluszeichen soll es für die offene Kirche von St. Korbinian stehen.
Vor dem Schlusssegen bedankte sich der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marc Hausstätter noch bei der Kirchenverwaltung für die Umsetzung und Finanzierung des Kreuzes und lud alle Besucher zum Stehempfang in den Pfarrsaal ein.  Mit dem Lied „Großer Gott wir loben Dich“ endete der feierliche Gottesdienst. An den Ausgängen verteilten Mitglieder des Pfarrgemeinderates kleine mit Blumen geschmückte, gesegnete Holzkreuze an die Gläubigen.